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20 Jahre Sächsischer Förderpreis für Demokratie: Sachsen feiert seine demokratische Zivilgesellschaft

Foto: © Isabell Richter
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Dresden, 05.11.2026: Der Sächsische Förderpreis für Demokratie zeichnete in diesem Jahr zum 20. Mal Menschen, Initiativen und Kommunen aus, die sich für Demokratie und Menschenrechte einsetzen. Die festliche Preisverleihung fand am Donnerstag, 5. November 2026, im Kleinen Haus des Staatsschauspiels Dresden statt. Das Jubiläum war Anlass, auf zwei Jahrzehnte demokratisches Engagement zurückzublicken – und zu fragen, was Sachsen braucht, um seine Demokratie für die Zukunft zu stärken.

Demokratie stärken – gemeinsam auf 2029 blicken

Als der Förderpreis 2007 erstmals verliehen wurde, wurde die Bedeutung demokratischer Initiativen von Teilen der Politik noch infrage gestellt. Während Neonazis auf den Straßen präsent waren, mussten diejenigen, die sich gegen Rechtsextremismus und für eine offene Gesellschaft einsetzten, selbst um Anerkennung kämpfen. Der Förderpreis setzte bewusst ein Zeichen der Wertschätzung und Solidarität: Ihr seid nicht allein!

Heute werden rechtsextreme Positionen zunehmend salonfähig. Die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt hat zuletzt vor Augen geführt, wie groß die gesellschaftliche Unterstützung für die extreme Rechte geworden ist. Auch in sächsischen Kommunen geraten demokratische Initiativen unter Druck: Förderprogramme werden infrage gestellt, finanzielle und politische Handlungsspielräume eingeschränkt und Menschen angefeindet, die sich für Demokratie und Menschenrechte engagieren.

Umso wichtiger ist die Botschaft des Förderpreises an die Nominierten und Ausgezeichneten: Ihr Engagement macht einen Unterschied. Es wird gesehen und gebraucht. Und überall in Sachsen setzen sich Menschen dafür ein, dass Demokratie vor Ort lebendig bleibt.

„Wenn der konstruktive Austausch von Argumenten und Fakten zunehmend erschwert wird durch Hassrede, Desinformation und Verschwörungserzählungen, wenn Minderheiten zunehmend lauter diskriminiert, beleidigt oder herabgewürdigt werden oder wenn Menschen Wahlentscheidungen für menschen- und demokratiefeindliche Positionen treffen, dann ist es Zeit, Geschichten gelingender Demokratiearbeit zu erzählen: von Solidarität und Vielfalt, von Menschen, die Verantwortung übernehmen, von kleinen Ideen, die groß werden und von Initiativen, die zeigen, was möglich ist, wenn man mit- statt gegeneinander arbeitet. So wie es der Sächsische Förderpreis seit 20 Jahren tut.“ – Petra Köpping, Sächsische Staatsministerin für Soziales, Gesundheit und Gesellschaftlichen Zusammenhalt

„Die Zeiten werden härter, der Ton wird rauer. ‚Nie wieder ist jetzt‘ wird gerade zur bitteren Realität. Umso mehr sollten wir hier und heute zusammenstehen, uns bestärken in dem, was wir tun, und bei all dem Wahnsinn die Zuversicht nicht verlieren. Wir stehen auf der richtigen Seite, auf der humanistischen, auf der solidarischen, der demokratischen – das sollte uns jede Menge Kraft geben.“ – Sebastian Krumbiegel, Sänger, Aktivist und Jurymitglied des Sächsischen Förderpreises für Demokratie

Sieben Initiativen und Kommunen ausgezeichnet

Ausgezeichnet wurden in diesem Jahr:

Mit dem Hauptpreis

  • Pro Colore e. V. aus Bautzen stärkt als organisatorische Unterstützung für die lokale Zivilgesellschaft demokratisches Engagement – unter anderem mit der mobilen Veranstaltungseinheit KonRAD und einem eigenen Mikroprojektefonds.
  • Die Initiative Demokratisches Erzgebirge engagierte sich rund um die Bürgermeisterwahl in Aue-Bad Schlema, um die Wahl eines Bürgermeisters der Freien Sachsen zu verhindern.

Mit dem Peter-Henkenborg-Preis des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales, Gesundheit und Gesellschaftlichen Zusammenhalt

  • Die Bildungsinitiative Spreuweizen vermittelt in innovativen Workshops die Bedeutung der Pressefreiheit. Exiljournalist*innen berichten dabei von ihren Erfahrungen mit Repression, Zensur und Desinformation.

Als Kommune der Demokratie

  • Die Stadt Colditz ist als Kommune der Demokratie nominiert – für ihren vorbildhaften Aufarbeitungsprozess zu organisierter Kriminalität und rechter Gewalt.

Mit Anerkennungspreisen

  • Gozaara aus Bautzen, eine migrantische Selbstorganisation, verbindet journalistische Arbeit mit kulturellen Veranstaltungen und Dialogformaten, um unterschiedliche Menschen miteinander ins Gespräch zu bringen.
  • NURA.Leipzig e. V. dokumentiert im Projekt „Rassismus-Monitoring für die Frauen*gesundheit“ Diskriminierungserfahrungen im Gesundheitswesen.
  • Das Bündnis Hochschulen Leipzig gegen Antisemitismus setzt sich mit Bildungsangeboten gegen Antisemitismus ein und bietet Studierenden eine Anlaufstelle.

Die festliche Preisverleihung begann um 18:00 Uhr im Kleinen Haus des Staatsschauspiels Dresden. Nach einem Grußwort von Petra Köpping hielt Vera Alexander, Botschafterin von Kanada in der Bundesrepublik Deutschland, die Festrede. Für die musikalische Begleitung sorgten die Banda Comunale und Sebastian Krumbiegel.

Zum 20. Jubiläum gab es in diesem Jahr erstmals eine Aftershow-Party. Sie bot Gelegenheit, die Menschen und Initiativen zu feiern, die sich seit Jahren für Demokratie und Menschenrechte in Sachsen einsetzen.

Alle Informationen zum Preis und zur Preisverleihung: www.demokratiepreis-sachsen.de.

Der Sächsische Förderpreis für Demokratie wird ausgelobt von: der Sebastian Cobler Stiftung, der Dirk Oelbermann Stiftung, der Freudenberg Stiftung, der Holger Koppe Stiftung und der Amadeu Antonio Stiftung.

05.11.2026

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