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Amadeu Antonio Stiftung erhält Joseph-Ben-Issachar-Süßkind-Oppenheimer-Auszeichnung

Pressemitteilung der Amadeu Antonio Stiftung Inland/Rechtsextremismus – Berlin, 21.09.2015

Amadeu Antonio Stiftung erhält Joseph-Ben-Issachar-Süßkind-Oppenheimer-Auszeichnung

Die Amadeu Antonio Stiftung hat am Montag die erstmals verliehene Joseph-Ben-Issachar-Süßkind-Oppenheimer-Auszeichnung erhalten. Der baden-württembergische Landtag und die Israelitische Religionsgemeinschaft Württemberg würdigen damit herausragendes Engagement gegen Minderheitenfeindlichkeit und Vorurteile in Wissenschaft und Publizistik.

Es ist für das Team der Amadeu Antonio Stiftung eine große Ehre, diese Auszeichnung anlässlich des jüdischen Neujahrsfestes zu erhalten. Eine offene Gesellschaft mit Werten und Rechten, die für alle gleichermaßen gelten, das ist das Ziel der Stiftungsarbeit. Dabei ist es egal, ob jemand einer Minderheit angehört oder nicht,

erklärt Anetta Kahane, Vorsitzende der Amadeu Antonio Stiftung.

Im Zuge der steigenden Flüchtlingszahlen zeigt sich, wie sehr unsere Gesellschaft im Wandel ist. Auf der einen Seite haben wir eine große Welle der Hilfsbereitschaft für Flüchtlinge. Auf der anderen Seite gibt es Leute, die diesen Wandel mit Gewalt und Hetze aufhalten wollen. Wir müssen der Realität rechter Gewalt ins Auge blicken. Die Amadeu Antonio Stiftung versteht diese Auszeichnung als Ansporn, weiter gegen Menschenfeindlichkeit und für demokratische Alltagskultur einzutreten.

Die Amadeu Antonio Stiftung mit Sitz in Heidelberg setzt sich gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus ein. Seit ihrer Gründung hat sie mehr als 950 lokale Initiativen und Projekte auf den Gebieten demokratische Jugendkultur, Schule und Opferhilfe sowie kommunale Netzwerke gefördert. Der Namensgeber der Stiftung, Amadeu Antonio, wurde 1990 von rechtsextremen Jugendlichen im brandenburgischen Eberswalde aus rassistischen Gründen zu Tode geprügelt, weil er Schwarz war.

Der jüdische Kaufmann Joseph Ben Issachar Süßkind Oppenheimer war Finanzberater des Herzogs von Württemberg. Er wurde 1738 nach dem Tod von Herzog Carl Alexander zum Sündenbock für dessen Verfehlungen gemacht. Oppenheimer, von allen nur „Jud Süß“ genannt, wurde das Opfer antisemitischer Vorurteile und nach einem Schauprozess hingerichtet.

Seit ihrer Gründung 1998 ist es das Ziel der Amadeu Antonio Stiftung, eine demokratische Zivilgesellschaft zu stärken, die sich konsequent gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus wendet. Die gemeinnützige Stiftung steht unter der Schirmherrschaft von Wolfgang Thierse.