Weiter zum Inhalt

Hardy Krüger in Potsdam: „Aus der Vergangenheit lernen wir, warum wir uns heute für Flüchtlinge einsetzen müssen.“ – Rathausgespräch mit Potsdams Oberbürgermeister Jann Jakobs

Pressemitteilung der Amadeu Antonio Stiftung

Inland/Rechtsextremismus/Brandenburg/ Engagement gegen rechte Gewalt – Berlin, 02.11.2015

Hardy Krüger in Potsdam: „Aus der Vergangenheit lernen wir, warum wir uns heute für Flüchtlinge einsetzen müssen.“

Rathausgespräch mit Potsdams Oberbürgermeister Jann Jakobs

409 Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte, davon 88 Brandanschläge sowie 101 Übergriffe auf Geflüchtete mit 194 Verletzten – das ist die schockierende Bilanz der Chronik flüchtlingsfeindlicher Gewalt, die die Amadeu Antonio Stiftung für das Jahr 2015 bisher führt. Nicht zuletzt vor dem Hintergrund dieses rechten Terrors appelliert der international erfolgreiche Schauspieler Hardy Krüger an die Öffentlichkeit, sich gegen rechte Bestrebungen und für Willkommens-Projekte einzusetzen. Dafür tourt er ab dem 2. November erneut durch deutsche Rathäuser. Seine erste Station ist das Potsdamer Rathaus, wo er sich unter anderem mit Oberbürgermeister Jann Jakobs trifft.

Als junger Mensch musste ich erfahren, welche verheerenden Folgen es hat, wenn sich Menschen gegen eine Minderheit stellen. Die Vergangenheit lehrt uns, dass wir nicht zulassen dürfen, dass Einzelne heute wieder bestimmen wollen, wer hier leben darf und wer nicht. Die Gewalt gegen Flüchtlinge ist besorgniserregend. Wir müssen diejenigen unterstützen, die diese Gewalt nicht hinnehmen wollen und sich aktiv für ein vielfältiges Deutschland einsetzen,

so Hardy Krüger über seine Motivation zur erneuten Rathaus-Tour.

Die Brandenburgische Landeshauptstadt Potsdam unterstützt Krügers Anliegen.

In jungen Jahren hat Hardy Krüger miterlebt, wie menschenverachtend und gefährlich rechtes Gedankengut ist. Es ist gut, dass er seine Bekanntheit und Popularität heute dafür einsetzt, vor rechtem Populismus zu warnen,

so Oberbürgermeister Jann Jakobs.

Mit der Rathaus-Tour „Gemeinsam gegen rechte Gewalt“ ruft der Künstler zu einer Spendenkampagne für die Aktion „Mut gegen rechte Gewalt“ der Amadeu Antoni Stiftung auf. Die Amadeu Antonio Stiftung verbindet bereits eine lange Zusammenarbeit mit Hardy Krüger.

Wir brauchen einen Mahner wie Hardy Krüger, der aufgrund seiner Prominenz viele Menschen erreicht. Mit seiner Hilfe wollen wir Bürgerinnen und Bürger ermutigen, rassistischen Kommentaren am Nachbartisch zu widersprechen und Initiativen zu unterstützen, die Flüchtlinge vom ersten Tag an willkommen heißen,

erklärt Anetta Kahane, Vorsitzende des Vorstands der Amadeu Antonio Stiftung.

Zum Hintergrund: Das Pressegespräch im Potsdamer Rathaus ist Teil einer Rathaus-Tour durch Deutschland. Weitere Stationen werden Hannover, Rostock und Dresden sein. Dabei wird Hardy Krüger auch an Schulen gehen, um gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern durch eine Lesung aus seiner Autobiographie „Wanderjahre“ ins Gespräch zu kommen. So wird er sich morgen, den 3. November, erstmals mit einer 11. Klasse des Potsdamer Humboldt-Gymnasiums treffen.

Partner der Veranstaltungen ist die Amadeu Antonio Stiftung, deren Ziel die Stärkung einer demokratischen Zivilgesellschaft gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus ist. Das Projekt „Gemeinsam gegen rechte Gewalt“ wurde im Frühjahr 2013 von Hardy Krüger, Dieter Hallervorden, Hark Bohm und Klaus Bednarz ins Leben gerufen. Unterstützt wird es von der Daimler AG.

Seit ihrer Gründung 1998 ist es das Ziel der Amadeu Antonio Stiftung, eine demokratische Zivilgesellschaft zu stärken, die sich konsequent gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus wendet. Die gemeinnützige Stiftung steht unter der Schirmherrschaft von Wolfgang Thierse.