Berlin, den 30.06.2026: Hass, Desinformation und digitale Angriffe prägen die Debatten in sozialen Netzwerken – mit direkten Folgen für den demokratischen Diskurs. Mit dem Kodex für Community Management setzen 12 Organisationen aus Wirtschaft, Medien, Verwaltung und Zivilgesellschaft erstmals neue Standards dafür, wie diese Räume verantwortungsvoll moderiert werden. Professionelle Moderation ist keine optionale Aufgabe, sondern eine zentrale Voraussetzung für funktionierende digitale demokratische Öffentlichkeiten.
Der Kodex wurde von Vivian Pein, einer der führenden Community-Management-Expertinnen Deutschlands, sowie Oliver Saal und Teresa Sündermann vom Projekt Civic.net der Amadeu Antonio Stiftung initiiert und gemeinsam von einem breiten, sektorübergreifenden Bündnis entwickelt. Zu den Erstunterzeichner*innen zählen unter anderem Campact, CSD Deutschland, Neue deutsche Medienmacher*innen, GLS Bank, SocialHub und Conversario.
„Demokratie wird heute auch in Kommentarspalten verhandelt. Deshalb können wir die Verantwortung für eine gesunde Debattenkultur weder allein der Wirtschaft noch allein der Zivilgesellschaft überlassen. Nur gemeinsam haben wir eine echte Chance, digitale Räume zu schaffen, die Beteiligung fördern, statt Menschen zum Schweigen zu bringen.“, so Vivian Pein, Autorin, Beraterin und eine der führenden Community-Management-Expertinnen Deutschlands.
Klare Standards für Moderation und Schutz für die, die sie leisten.
Der Kodex für Community Management ist ein gemeinsames Bekenntnis zu acht Leitprinzipien für verantwortungsvolle Moderation in digitalen Räumen. Er richtet sich an Unternehmen, Medien, Parteien und Behörden, also an alle Organisationen, die Online-Communitys unterhalten.
Im Mittelpunkt stehen zwei zentrale Handlungsfelder:
- verantwortungsvolle Moderation: klare Regeln, konsequentes Vorgehen gegen Hassrede, Orientierung an Menschenwürde und demokratischen Prinzipien
- Schutz von Community Manager*innen: bessere Arbeitsbedingungen, klare Zuständigkeiten und Strukturen sowie Maßnahmen zum Schutz vor psychischer Belastung
„Community Management ist zentral im Kampf gegen Hass im Netz. Die Arbeit des Community Managements schützt täglich digitale Räume und ermöglicht vielfältige Debatten. Mit dem Kodex setzen wir ein klares Zeichen: Wir wollen Organisationen darin stärken, ihre Verantwortung für digitale Räume wahrzunehmen – und den Menschen den Rücken stärken, die diese Verantwortung täglich tragen. Diese Arbeit braucht endlich mehr Anerkennung, klare Standards und strukturelle Unterstützung – denn nur starke Moderation schafft auch starke Communitys.“, erklärt Teresa Sündermann, Mit-Initiatorin des Kodex und Projektleitung von Civic.net.
Community Manager*innen spielen eine Schlüsselrolle für den digitalen Diskurs: Sie ermöglichen Debatten, setzen Grenzen und schützen Betroffene von Hass und Diskriminierung. Gleichzeitig arbeiten sie häufig unter hohem Druck, mit unklaren Zuständigkeiten und unzureichender Ausstattung. Der Kodex reagiert auf diese Herausforderungen und schafft erstmals einen gemeinsamen Orientierungsrahmen für Organisationen, die Verantwortung für digitale Diskurse übernehmen wollen.
Der Community Kodex wurde in einem interdisziplinären Fachgremium in Zusammenarbeit mit Vertreter*innen aus Wirtschaft, Wissenschaft, Medien, Verwaltung und Zivilgesellschaft entwickelt. Zusätzlich flossen Erfahrungen aus mehr als 20 Community-Management-Teams in die Leitlinien ein.
Zur Veröffentlichung unterzeichneten folgende Organisationen den Kodex für Community Management: Alondra Social, Amadeu Antonio Stiftung, Campact, CommunityCamp, Conversario, CSD Deutschland, Das Nettz, GLS Bank, Penemue, Neue deutsche Medienmacher*innen, SocialHub, Stadtwerke Neuwied.