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Sächsischer Förderpreis für Demokratie 2026 startet Ausschreibung: 20 Jahre Unterstützung der Zivilgesellschaft

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Leipzig, 23.05.2026: Die Bedrohung der Demokratie in Sachsen hat eine neue Qualität erreicht. Wo früher noch von „zunehmendem Druck“ die Rede war, ist heute von einer systematischen Aushöhlung demokratischer Strukturen die Rede. Demokratisches Engagement wird nicht nur bedroht – sondern gezielt geschwächt, beschnitten und in seiner Handlungsfähigkeit eingeschränkt. Die zentrale Frage lautet längst nicht mehr nur, wie Demokratie geschützt werden kann, sondern wie sie vor einem schleichenden Funktionsverlust bewahrt wird, wenn Institutionen an Wirksamkeit verlieren und zivilgesellschaftliche Akteure an ihre Grenzen stoßen.

In genau diesem kritischen Moment feiert der Sächsische Förderpreis für Demokratie ein bedeutendes Jubiläum: Zum 20. Mal wird er verliehen. Zwei Jahrzehnte lang hat der Preis die sächsische Zivilgesellschaft unterstützt, ermutigt und sichtbar gemacht. Dass er gerade jetzt erneut ausgeschrieben wird, ist ein starkes Signal: Der Widerstand ist nicht nur real – er ist dauerhaft und unverzichtbar. Mit der Ausschreibung 2026 rufen die auslobenden Stiftungen Initiativen und Kommunen auf, Projekte einzureichen, die zeigen, wie Demokratie auch unter zunehmend schwierigen Bedingungen handlungsfähig bleibt und neue Widerstandskraft entwickelt.

Die Lage für die zivilgesellschaftlichen Akteure hat sich seit dem letzten Jahr deutlich verschärft. Was als politischer Widerstand begann, ist für viele eine existenzielle Belastungsprobe. Ehrenamtliche und professionelle Strukturen sehen sich nicht nur mit politischen Hindernissen konfrontiert, sondern mit einer gezielten Schwächung ihrer finanziellen und strukturellen Grundlagen. Finanzielle Engpässe zwingen Initiativen zur Reduktion ihrer Arbeit, während gezielte rechts-alterantive Medienkampagnen die gesellschaftliche Legitimität demokratischen Engagements systematisch infrage stellen.

Die Angriffe sind real – das Engagement auch“, heißt es in der gemeinsamen Erklärung der auslobenden Stiftungen des Sächsischen Förderpreises für Demokratie. Doch die Realität vor Ort zeigt oft mehr als nur Widerstand: Sie zeigt einen zunehmenden Kampf gegen blockierte und politisch unter Druck gesetzte Strukturen. Rechtsextreme Netzwerke gewinnen Einfluss in Kommunalparlamenten und Verwaltungen. Förderzusagen werden verweigert, politische Bildungsarbeit eingeschränkt, und Aktivist*innen werden massiv bedroht. Die Aushöhlung demokratischer Institutionen ist längst kein Zukunftsszenario mehr, sondern vielerorts gelebte Realität. Die Demokratie wird nicht nur angegriffen – sie wird in ihrer Funktionsfähigkeit konkret eingeschränkt.

Gerade in diesem Moment der Unsicherheit und strukturellen Schwächung ist der Sächsische Förderpreis für Demokratie wichtiger denn je. Als 20-jährige Institution versteht er sich nicht nur als Auszeichnung, sondern als klares Zeichen der Solidarität und als Impuls für neue Wege der Auseinandersetzung. Wer findet Lösungen, wenn institutionelle Wege blockiert sind? Wer schafft es, trotz knapper Ressourcen und wachsendem Druck, demokratische Teilhabe zu ermöglichen und Ausgrenzung entgegenzutreten.

Der Sächsische Förderpreis für Demokratie steht seit 20 Jahren für all jene, die nicht wegschauen, sondern handeln. Er macht sichtbar, was im Alltag oft übersehen wird: den Mut, die Ausdauer und die Kreativität, mit der Menschen vor Ort unsere Demokratie lebendig halten. Gerade in herausfordernden Zeiten ist das mehr als Anerkennung – es ist ein starkes Signal, dass dieses Engagement gesehen, mehr denn je gebraucht und getragen wird.“ erklärt Timo Reinfrank, Vorstand der Amadeu Antonio Stiftung.

Jetzt bewerben bis zum 13. Juli 2026!

Die Ausschreibung für den Sächsischen Förderpreis für Demokratie 2026 startet am 23. Mai. Teilnahmeberechtigt sind Initiativen und Kommunen aus Sachsen, die demokratische Teilhabe fördern, Ausgrenzung entgegentreten und politische Bildung ermöglichen.

Alle Informationen zur Ausschreibung: www.demokratiepreis-sachsen.de

Preiskategorien im Überblick

  • Projektpreis: Ein Hauptpreis, dotiert mit 5.000 Euro und vier Anerkennungspreise (je 1.000 Euro) für zivilgesellschaftliche Organisationen und Initiativen
  • Kommunenpreis: Für Städte und Gemeinden, die sich strukturell für Demokratie engagieren, der Preisträger trägt den Titel „Kommune der Demokratie“
  • Peter-Henkenborg-Preis für die Didaktik der politischen Bildung: Dotiert mit 3.000 Euro, für herausragende Konzepte politischer Bildung

Ein Blick auf die Preisträger*innen des Vorjahres, darunter Solidarisches Pirna, die Stadt Zwickau und der Interventionsbüro e.V., zeigt: Demokratie lebt vom Mut vieler, auch wenn die Umstände härter werden. Ihre Geschichten finden sich auf der Website des Preises.

23.05.2026

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