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Ungehörte Stimmen – Amadeu Antonio Stiftung veröffentlicht Broschüre zu Lebenssituationen von Muslim_innen in Mecklenburg-Vorpommern

Pressemitteilung der Amadeu Antonio Stiftung – Inland/M-V/Politik/Berlin/Neubrandenburg

Ungehörte Stimmen – Amadeu Antonio Stiftung veröffentlicht Broschüre zu Lebenssituationen von Muslim_innen in Mecklenburg-Vorpommern 

Parchim/ Mecklenburg-Vorpommern, 21.3.2016.

Wenn sie mich hören, halten sie mich für eine Deutsche, wenn sie mich sehen nicht.

Adile Afshin erzählt von ihrem Alltag als Muslima in Mecklenburg-Vorpommern. Obwohl es in dem Bundesland nur eine kleine muslimische Community und wenig Einwanderung gibt, ist der antimuslimische Rassismus in der Bevölkerung hoch. Aktuell lässt sich dies vor allem am MVGida, dem Ableger der „Pegida“ Bewegung, beobachten. Unter dem Deckmantel einer „Islamkritik“ wird antimuslimischer Rassismus gegenüber Muslim_innen und Menschen, die als „muslimisch“ wahrgenommen werden, verbreitet.

Aus dem gemeinsamen Projekt des Vereins Lola für Demokratie in Mecklenburg-Vorpommern e.V. und der Amadeu Antonio Stiftung ist eine neue Broschüre zum antimuslimischen Rassismus im ländlichen Raum entstanden, die heute bei einer Lesung mit dem Schauspieler Eray Eğilmez in Parchim vorgestellt wird.

Anhand von Alltagserzählungen und der fotografischen Darstellung der Lebensrealitäten von Muslim_innen in Mecklenburg-Vorpommern, wird den allgegenwärtigen Stereotypen von den Muslimen Individualität und Selbstbestimmung entgegengesetzt. Die Broschüre setzt sich zusammen aus Erzählungen von Einheimischen und Zugezogenen muslimischen Glaubens. Sie sprechen über ihre alltäglichen (Diskriminierungs-) Erfahrungen, aber auch über ihre Träume, Wünsche und Hoffnungen für ihr Leben. Die Broschüre lässt Muslim_innen selbst zu Wort kommen, anstatt über sie zu sprechen.

Die Amadeu Antonio Stiftung fördert das Projekt des Vereins Lola für Demokratie in Mecklenburg- Vorpommern, welches die notwendige Diskussion über antimuslimischen Rassismus in Mecklenburg-Vorpommern anstoßen und die Vorstellung von muslimischem Leben um individuelle Perspektiven bereichern möchte. Ein übergeordnetes Ziel ist darüber hinaus regional engagierte Netzwerke und Selbstorganisationen weiter zu vernetzen und die Teilhabe von muslimischen Immigrant_innen zu stärken und zu fördern.

Zwei Lesungen mit dem Schauspieler Eray Egilmez und anschließender Podiumsdiskussion werden gemeinsam mit der Friedrich Ebert Stiftung veranstaltet: 21. März 2016 in Parchim| 18 Uhr | Zinnhaus – Lange Straße 24 02.April 2016 in Rostock | 17Uhr | Zentrum für kirchliche Dienste – Alter Markt 19

Der Verein „Lola für Demokratie in Mecklenburg-Vorpommern e.V.“ arbeitet seit 2007 in MecklenburgVorpommern für eine geschlechtergerechte demokratische Kultur mit Sitz in Ludwigslust. Finanziert wurde die Broschüre von der Amadeu Antonio Stiftung.

Seit ihrer Gründung 1998 ist es das Ziel der Amadeu Antonio Stiftung, eine demokratische Zivilgesellschaft zu stärken, die sich konsequent gegen Rechtsextremismus Rassismus und Antisemitismus wendet. Die gemeinnützige Stiftung steht unter der Schirmherrschaft von Wolfgang Thierse.