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Aktionswochen gegen Antisemitismus

Aktionswochen gegen Antisemitismus 2020 (um den 09. Oktober und den 09. November)

Die Bildungs- und Aktionswochen gegen Antisemitismus gehen 2020 in eine zweite Runde. Schon im Mai haben die Amadeu Antonio Stiftung und das Anne Frank Zentrum einen digitalen Aktionstag ausgerufen, um dem Zuwachs von Verschwörungsmythen und Antisemitismus im Kontext der Corona-Pandemie etwas entgegenzusetzen. In der Folge fanden mehr als 50 Online-Veranstaltungen statt, die sich mit dem Anschlag in Halle (Saale) und den Verschwörungsmythen um Covid-19 auseinandersetzten sowie um die Frage drehten, was Solidarität mit Jüdinnen und Juden konkret bedeutet. Seitdem ist viel passiert.

In Magdeburg findet zur Zeit der Prozess zu dem Anschlag in Halle (Saale) statt. Der Attentäter versuchte diesen zu nutzen, um sein antisemitisches Weltbild weiterzuverbreiten. Es ist den Nebenkläger*innen zu verdanken, dass er dazu kaum Gelegenheit hat. Sie legten Zeugnis ab und drängen auf Aufklärung.
Gleichzeitig manifestierte sich auf Deutschlands Straßen eine Bewegung, die die Corona-Maßnahmen der Bundesregierung ablehnt und dabei in großen Teilen weder vor Verschwörungsmythen noch vor Antisemitismus Halt macht. Ende August waren mehr als 30.000 Menschen in Berlin auf der Straße. Esoteriker*innen, Hippies, „besorgte Bürger“ zusammen mit Rechtsextremen, Identitären und Verschwörungsgläubigen.

Für Jüdinnen und Juden wie jüdisch wahrgenommene Personen und Institutionen bedeutet diese Entwicklung eine Gefahr.
Verschwörungserzählungen und Hate Speech sind auch im Internet weiterhin häufig vertreten. Dem Deplatforming einiger wichtiger Akteur*innen auf YouTube, Facebook oder Twitter steht ein Erstarken rechtsextremer und verschwörungsideologischer Kanäle in den Dark Socials wie Telegram gegenüber.
Es gibt also weiterhin viel zu tun. Im Internet, auf der Straße, in der Öffentlichkeit.

Die Bildungs- und Aktionswochen gegen Antisemitismus gehen deshalb rund um den 9. Oktober, dem Jahrestag des Anschlags in Halle (Saale), und den 9. November, dem Jahrestag der Novemberpogrome in eine zweite Runde 2020 mit Online-Veranstaltungen, Projektionen antisemitischer Vorfälle und unserem Entschwörungsgenerator.
Gemeinsam Antisemitismus nachhaltig kämpfen!

 


Programm (wird fortlaufend aktualisiert)

 

 
24.10., 10-15 Uhr
Haltung statt Spaltung! Ein Argumentationstraining gegen rechte und rassistische Parolen

Haltung, statt Spaltung! Unter dieser Parole veranstaltet das „Antifaschistische Aktionsbündnis Langen“ am 24. Oktober 2020 von 10 bis 15 Uhr ein Argumentationstraining gegen rechte und rassistische Parolen.
In diesem Jahr wurde in Langen der erhöhte Bedarf sichtbar, diejenigen zu stärken, die innerhalb unserer Gesellschaft Position beziehen, wenn sie Zeug*innen von gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit und demokratiefeindlichen Phänomenen werden. In Zeiten der Corona-Pandemie sind neue und alte rechte Denkmuster bedient worden, um Sündenböcke für die beschwerliche und frustrierende Situation zu finden. Oft mangelt es an
Übung, guten Argumenten und Selbstbewusstsein, um Gegenrede im öffentlichen Raum gegen rechte Parolen treffend formulieren zu können. Da aktuell Präsenzveranstaltungen schwierig sind wird das Training in einem 4-stündigen digitalen Workshop stattfinden, der
sich an alle interessierten Bürgerinnen und Bürger richtet. Sie werden aktiv in die Gestaltung eingebunden und erhalten die Möglichkeit sich in Kleingruppen auszutauschen zu Situationen die ihnen im Alltag begegnen und wie sie sich dagegen gewehrt haben oder gerne zukünftig reagieren würden.

Strategien sollen mit erfahrenen Trainer*innen von der Initiative „Gegenargument“ in Zusammenarbeit mit den Teilnehmer*innen erarbeitet werden und diese im geschützten Rahmen eingeübt werden.

Der Workshop findet im Rahmen der „Interkulturellen Woche in Langen“ statt. Das Projekt wird gefördert von der Partnerschaft für Demokratie „Vielfalt in Langen“ innerhalb des Bundesprogramms „Demokratie Leben!“ durch das Bundesministerium für Familie, Senioren,
Frauen und Jugend in Kooperation mit dem Hessischen Ministerium des Innern und für Sport.

Um Anmeldung per Mail an Rainer Elsinger (elsinger.rainer@gmx.de) wird gebeten. Die Anmeldefrist ist bis zum 23. Oktober 2020 verlängert. Die Teilnehmenden erhalten in einem nächsten Schritt die erforderlichen Zugangsdaten. Die Teilnehmendenzahl ist begrenzt, sodass alle genug Raum erhalten eigene Beispiele einbringen und aktiv mitzuarbeiten zu können.

 
26.10., 15.00 – 18.00 Uhr
Online-Argumentationstraining zum Umgang mit antisemitischen, rassistischen und anderen diskriminierenden Aussagen
Veranstaltet von: AWO Nachbarschaftstreff Burg, Netzwerk GEGENARGUMENT (gegen-argument.de)

„Krisenzeiten waren schon immer Hochzeiten des Judenhasses“. Im gegenwärtigen Klima der Unsicherheit verbreiten sich absurde Verschwörungstheorien fast schneller als der Erreger selbst, mahnte die frühere Vorsitzende des Zentralrats der Juden, Charlotte Knobloch bereits Anfang April dieses Jahres an.

Die Covid-19-Pandemie und ihre Auswirkungen sind seitdem Ausgangspunkt zahlreicher Verschwörungserzählungen. Diese begegnen uns zunehmend und unerwartet in alltäglichen Situationen. Sei es der Onkel im Familienchat, der daran zweifelt, ob das denn wirklich alles so ist, „wie DIE uns weiß machen wollen“; sei es die Bekannte, die „Bill Gates und die Pharmaindustrie“ hinter all dem vermutet; oder seien es Kolleg*innen, die hinter den Eindämmungsmaßnahmen gleich einen Komplott der Bundesregierung „gegen das deutsche Volk“ wittern.

Am Ende eint alle diese Erzählungen, dass WIR uns gegen DIE zur Wehr setzen müssten. Das WIR und das DIE sind dabei aber nicht selten nur Platzhalter für rassistische und antisemitische Hetze, die nicht unwidersprochen bleiben darf.

Im Argumentationstraining soll gemeinsam der Frage nachgegangen werden, welche Möglichkeiten existieren, wenn uns diskriminierende Aussagen im Alltag begegnen. Dabei arbeiten die Leitenden situativ an den Erfahrungen der Teilnehmer*innen. Wie kann ich mich positionieren? Welche Möglichkeiten habe ich, (richtig) zu handeln? Muss ich immer diskutieren? Wie funktionieren rechte Argumente und wie kann ich ihnen etwas entgegensetzen?

Anmeldungen unter: treff.burg@awo-sachsenanhalt.de oder 03921 9775726.

 

27.10.20, 14.30 – 17.00 Uhr
Online-Workshop für Schüler*innen, junge Erwachsene, Erwachsene zur Wanderausstellung „L´Chaim – auf das Leben!“
Veranstaltet von: Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus (KIGA)

Der Online-Workshop behandelt die Alltagserfahrung jüdischer Menschen mit verschwörungsideologischem Denken und dessen Auswirkungen auf deren Leben. Zudem wird couragiertes Handeln in der Zivilgesellschaft gestärkt.

Anmeldungen möglich bis bis zum 25.10.20 unter: praxisstelle@kiga-berlin.org

 

28.10. 11-12.30 Uhr
Warum ich solidarisch mit Jüd*innen bin
Online-Workshop für Schüler_innen und junge Erwachsene
Veranstaltet von: Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus (KIGA)

Der Online-Workshop soll einen subjektiv-emotionalen Zugang zum Thema Solidarität mit Jüd*innen schaffen. Dabei soll es auch darum gehen, was ein migrantischer bzw. migrantisierter Standpunkt bedeuten kann. Ausgehend von dem Brandanschlag in Mölln Anfang der 90-er Jahre, wird die Haltung Paul Spiegels beleuchtet, um anschließend nach Realitäten der heutigen Formen von Solidaritäten zu fragen. Abschließend sollen Handlungsoptionen thematisiert werden. Das Format ist als Petscha Kutscha vorgesehen.

Anmeldungen möglich bis bis zum 26.10.20 unter: praxisstelle@kiga-berlin.org

 

28.10., 20 Uhr, Volksbühne Berlin
Kontinuitäten des Antisemitismus. Zwischen Lügen, Abwehr und Konkurrenz

Mit Anetta Kahane, Patrice Poutrus, Düzen Tekkal, moderiert von Tahera Ameer

Die Angst vor Kultur- und Identitätsverlust hat einen zentralen Platz in gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Debatten eingenommen. Daraus folgt eine Partikularisierung in Freund-Feind Antagonismen und eine Emotionalisierung von Politik. Die Idee einer universalistischen Gesellschaft scheint ein Auslaufmodel zu sein. Eine Zunahme antisemitischer Rhetoriken und Stereotypisierungen zeigt, wie kultiviert und tradiert der Antisemitismus und seine Codes sind. Die „Kontinuitäten des Antisemitismus“ sind Anlass der Veranstaltungsreihe des Forum demokratische Kultur und zeitgenössische Kunst.

Die älteste erhaltene „Judensau” hängt seit 1230 im Dom zu Brandenburg. Das Kirchenrelief soll die Unreinheit der Juden darstellen. Eine weitere hängt seit 1280 bis heute am Südosttor des Kölner Doms. Im 13. Jahrhundert fand auch die Legende der Ritualmorde ihren Weg von England nach Deutschland. Sie besagt, dass Juden für magische und medizinische Rituale während des Pessach Fests christliche Kinder töten und ihr Blut trinken. Auch Martin Luther diente die Legende dazu, allen Juden heimliche Mordabsichten an Christen zu unterstellen.

Die Jahrhunderte alte Ritualmordlegende lebt mit der aktuell populärsten Verschwörungsideologie „QAnon” wieder auf. Ihre Anhänger*innen behaupten, dass Eliten aus liberalen Globalisten und jüdischen Bankern mit dem in satanischen Ritualen gewonnenen Blut entführter Kinder ihr eigenes Leben verlängern wollen. Auf den tiefen Antisemitismus, der dieser Ideologie zugrunde liegt, wird jedoch höchstens am Rande eingegangen. In den USA finden sich bereits QAnon-Anhänger*innen im Kabinett von Donald J. Trump. Xavier Naidoo, Deutschlands prominentester QAnon-Anhänger, darf nach einem Urteil des Oberlandesgericht Nürnberg nicht Antisemit genannt werden, weil Naidoos Rufschädigung durch das Stigma des Antisemitismus schwerer wiegt, als die Gefahr, die von seinen Äußerungen ausgeht.

Dabei handelt es sich keineswegs um einen Einzelfall oder lediglich ein Phänomen des antisemitischen Verschwörungsmilieus. Auch im Kulturbereich werden Debatten über Antisemitismus immer wieder auf die Frage verschoben, ob es sich in den jeweiligen Fällen überhaupt um Antisemitismus handelt und was Antisemitismus überhaupt ist. Von Antisemitismus Betroffene geraten so in die paradoxe Situation sich für ihre Erfahrungen und Einschätzungen rechtfertigen zu müssen, anstatt offen darüber sprechen zu können. So wie die „Judensau aus den Debatten um repräsentative Statuen und deren historischen Kontext rausgehalten wird, ist die reflexhafte Abwehr der Aufarbeitung von Antisemitismus in allen wichtigen Gesellschaftsdebatten der letzten Jahre allgegenwärtig. Die Teilnehmer*innen des Panels mit anschließender Publikumsdiskussion, reflektieren die Bedeutung von Antisemitismus in aktuellen politischen und kulturellen Debatten.

Die Veranstaltung ist Teil der Aktionswochen gegen Antisemitismus.

Anetta Kahane ist Autorin und Vorsitzende der Amadeu Antonio Stiftung.

Dr. Patrice Poutrus ist Historiker. Er lehrt und forscht an der Universität Erfurt.

Düzen Tekkal ist Journalistin, Filmemacherin und Gründerin der Menschenrechtsorganisation Hawar.help.

Tahera Ameer leitet den Bereich Antisemitismus und Rassismus der Amadeu Antonio Stiftung.

https://www.volksbuehne.berlin/de/programm/10997/kontinuitaeten-des-antisemitismus-zwischen-luegen-abwehr-und-konkurrenz

Tickets gibt es hier.

 

01.11., 13 Uhr.
Auf den Spuren des jüdischen Lebens. Ein Historischer Stadtrundgang in Döbeln
Treffpunkt: Café Courage, Döbeln

Bis heute ist wenig über das Leben und den Alltag der Döbelner Jüdinnen und Juden bekannt. Ein Großteil der jüdischen Familien siedelte sich zwischen Mitte des 19. Jahrhunderts und Anfang des 20. Jahrhunderts in der Region an. Viele waren assimiliert und in die Stadtgesellschaft integriert. Gerade die kaufmännischen Tätigkeiten prägten die Region. So gab es in Döbeln jüdische Geschäfte, die das Leben in der Stadt prosperieren ließen. Diese waren in städtische Festlichkeiten eingebunden, schalteten Werbeanzeigen in Lokalzeitungen und waren im Stadtbild präsent.

Nach dem Machtantritt der Nationalsozialisten1933 kam es auch in Döbeln zu Verfolgung, Ausgrenzung, Demütigung und Entrechtung der hier ansässigen Jüdinnen und Juden. So wurden sie bspw. namentlich in der Lokalzeitung diffamiert und es wurde zum Boykott ihrer Geschäfte aufgerufen. Viele versuchten in die Anonymität der Großstädte zu fliehen. Aus der Stadt wurde das jüdische Leben zur Gänze vertrieben. Die meisten Jüdinnen und Juden wurden in einem Konzentrations- oder Vernichtungslager ermordet. Einigen wenigen gelang die Flucht und sie überlebten die Shoah.

Am 01. November 2020 möchten sich die Mitglieder der AG Geschichte gemeinsam mit Interessierten auf Spurensuche begeben. An den historischen Orten wird über das jüdische Leben und das Schicksal der Menschen berichtet, um an sie zu erinnern und ihre Geschichten weiterzutragen.

Die Veranstaltung findet im Rahmen der Aktionswochen gegen Antisemitismus statt und wird von der Amadeu Antonio Stiftung gefördert.

Die Veranstaltung findet unter Einhaltung der aktuell geltenden Corona-Schutzverordnung statt.

Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die neonazistischen Parteien oder Organisationen angehören, der neonazistischen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.

 

02.11., 19 – 21 Uhr
Antisemitismus an Schulen – Befunde und Handlungsoptionen
Vorstellung von Studien zu Deutschland, Berlin und Sachsen-Anhalt
Eine gemeinsame Veranstaltung der Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen-Anhalt mit dem Netzwerk für Demokratie und Courage Sachsen-Anhalt e.V.

75 Jahre nach der Shoa ist „Du Jude“ eine der gebräuchlichsten Beschimpfungen auf deutschen Schulhöfen. Beleidigungen, Stigmatisierungen und Bedrohungen gehören für jüdische Schüler*innen vielfach zu ihrem schulischen Alltag. In unserer Online-Veranstaltung beleuchten wir dieses an Schulen häufig vertuschtes und beschwiegenes Thema mit der Wissenschaftlerin Prof. Dr. Julia Bernstein, die in ihrem Buch „Antisemitismus an Schulen in Deutschland“ neben den Befunden und Analysen auch Handlungsoptionen aufzeigt. Dabei liegt ein besonderer Fokus auf der Wahrnehmung und Perspektive der Betroffenen. In ihrem Vortrag wird Julia Bernstein zudem auf die Rezeption des Antisemitismus
bei nicht-jüdischen Akteur*innen, wie zum Beispiel Lehrer*innen eingehen. Die Ergebnisse ihres Standardwerks spiegeln wir mit den Ergebnissen des Vereins Bildung in Widerspruch e.V., welcher im Rahmen des Modellprojekts „Bildung in Widerspruch – Online gegen Antisemitismus” insgesamt drei bundesweite Umfragen unter Jugendlichen, Lehrkräften sowie Jüden und Jüdinnen zu Antisemitismus
und Bildungsarbeit durchgeführt hat.
Weiterhin stellen wir in diesem Rahmen auch erste Erkenntnisse aus Sachsen-Anhalt vor. Mit Hilfe eines strukturierten Leitfadens haben wir, das Netzwerk für Demokratie und Courage Sachsen-Anhalt e.V. und die Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen-Anhalt, verschiedene Expert*inneninterviews geführt, um das Problembewusstsein und Auftreten von Antisemitismus an Schulen in Sachsen-Anhalt zu untersuchen und in einem zweiten Schritt eine quantitative Erhebung ab 2021 durchzuführen. Die Zwischenergebnisse unserer Studie möchten wir vorstellen. Zudem möchten wir mit den Podiumsteilnehmer*innen über nachhaltige Handlungsoptionen an Schulen, in der Lehrer*innenweiterbildung und mit
Blick auf die Gesamtgesellschaft diskutieren.

Moderation: Anna Hoffmeister

Die Veranstaltung wird live auf der Facebook-Seite der Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen-Anhalt gestreamt.

 
03.11., 18 Uhr – Lichtburg Kino Langen
„Truus` Children“ – Filmscreening

Die Evangelische Kirchengemeinde Langen, freut sich gemeinsam mit der Partnerschaft für Demokratie Vielfalt in Langen, den dokumentarischen Film „Truus´ Children“ mit anschließendem Gespräch mit den Filmemacherinnen, am Dienstag dem 3.11.2020 im Lichtburg Kino Langen zeigen zu können.

Geertruida Wijsmuller-Meijer, bekannt geworden als Tante Truus (* 21. April 1896 in Alkmaar, Niederlande; † 30. August 1978 in Amsterdam) rettete während der Zeit des Nationalsozialismus mit ihren Kindertransporten laut Yad Vashem mehr als 10.000 jüdische und „nicht-arische“ Kinder.

Die beiden niederländischen Filmemacherinnen, Pamela Sturhoofdt und Jessica van Tijn, haben die noch lebenden damaligen „Kinder“ gesucht und interviewt. So entstand ein beeindruckender Film, der ein Stück Zeitgeschichte schildert und auch der Frage nachgeht, warum diese Geschichte heute so wenig bekannt ist. Nach der Filmsichtung in der originalen Sprachfassung mit englischen Untertiteln, folgt ein moderiertes Gespräch bei
der sich die Besucher*innen mit den anwesenden Filmschaffenden austauschen können und Gelegenheit erhalten Fragen zu stellen.

Die Teilnehmendenzahl ist begrenzt und die Kapazitäten werden den aktuell geltenden Hygiene- und Abstandsregeln angepasst. Die Eintrittskarten sind erhältlich beim Lichtburg Kino in Langen zum vergünstigten Ticketpreis von 3,-€, ermöglicht durch die Förderung durch Vielfalt in Langen, im Rahmen
des Bundesprogramms „Demokratie leben!“: https://lichtburg-langen.de/programm/film/truus-children.

https://www.truus-children.com/

 

05.11., 18 Uhr
Online-Diskussion „Terror gegen Juden heute. Bestandsaufnahme und Handlungsstrategien“

Eine Diskussion zwischen Dr. Ronen Steinke und Anetta Kahane, moderiert von Nikolas Lelle

Antisemitismus ist in Deutschland nach 1945 nicht verschwunden. Bis heute äußert er sich in Beleidigungen, Drohungen, Schmierereien, Übergriffen und Anschlägen. Ronen Steinke zeichnet in seinem Buch „Terror gegen Juden“ die lange Geschichte antisemitischer Gewalt in Deutschland nach. Eine 90 Seiten lange Chronik antisemitischer Gewalt am Ende des Buchs beweist eindrücklich die Alltäglichkeit des Antisemitismus in Deutschland.

Das Buch erschien im Juli 2020. Seitdem wurden auf den sogenannten Hygiene- und Coronademos immer wieder Verschwörungsmythen und Antisemitismus offen verbreitet. Der Bundesverband RIAS zählt zudem bisher 123 Kundgebungen und Demonstrationen mit Bezug zur Covid-19-Pandemie, bei denen es zu antisemitischen Äußerungen kam. Mit dieser offenen Verbreitung antisemitischer Verschwörungsmythen ging eine gesellschaftliche Debatte über Antisemitismus und seine aktuellen Ausdrucksformen einher. Verschwörungsmythen und Antisemitismus werden thematisiert und sie werden skandalisiert. Aber reicht das? Werden sie ausreichend problematisiert?

Also: wo stehen wir? Wo zeigt sich Antisemitismus im Jahr 2020? Wo Terror gegen Juden? Und vor allem, was muss getan werden, um Antisemitismus gesamtgesellschaftlich zu bekämpfen?

Ronen Steinke und Anetta Kahane, die Vorsitzende der Amadeu Antonio Stiftung, werden im Gespräch miteinander eine Bestandsaufnahme des Antisemitismus heute versuchen und Handlungsstrategien diskutieren, damit die antisemitische Gewalt nicht, wie der Untertitel von „Terror gegen Juden“ suggeriert, „erstarkt und der Staat versagt“.

 

6.11. – 10.11.
Rundgang auf den Spuren jüdischen Lebens in Bergen (Rügen)
Veranstaltet von PRORA-ZENTRUM Bildung-Dokumentation-Forschung

Das PRORA-ZENTRUM wird vom 06. bis zum 10. November mit allen Klassen der Jahrgangsstufe 10 des Bergener Ernst-Moritz-Arndt Gymnasiums partizipative Rundgänge auf den Spuren jüdischen Lebens durch die Stadt Bergen auf Rügen durchführen. Im Mittelpunkt sollen ausdrücklich nicht nur Stolpersteine und Grabmäler stehen. Stattdessen lernen die Teilnehmenden Biographien von Menschen kennen, die zur Gesellschaft dazugehörten, ehe sie durch die Nazis an den Rand gedrängt und verfolgt wurden.

 

6.11.20, 14.30 – 17.00 Uhr
Online-Workshop für Erwachsene/Multiplikator*innen zum Thema antisemitische Verschwörungsideologien
Veranstaltet von: Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus (KIGA)

Der Fokus des Online-Workshops liegt auf der Sensibilisierung für das Thema antisemitische Verschwörungsideologien und ihre Mechanismen in Geschichte und Gegenwart, beleuchtet die pädagogische Bearbeitung und stärkt die Handlungskompetenzen.

Anmeldungen möglich bis zum 05.11.20 unter: praxisstelle@kiga-berlin.org

 

06. und 07.11.
Filmscreening: „Shoah“. Ein Film gegen das Vergessen – Filmvorführung und Gespräch
Ort: Treibhaus Döbeln

Claude Lanzmanns Shoah aus dem Jahr 1985 gilt als zentrales filmisches Werk über die systematische Vernichtung der europäischen Jüdinnen und Juden durch die Nationalsozialisten. Mit einer Produktionsdauer von elf Jahren und einer Laufzeit von neuneinhalb Stunden gehört der Film zu den umfangreichsten Arbeiten der Dokumentarfilmgeschichte. Lanzmann und seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter filmten an den historischen Orten des Holocaust in Ostmitteleuropa und sprachen mit einigen der wenigen jüdischen Überlebenden, die unmittelbare Zeug*innen des nationalsozialistischen Massenmords in den Vernichtungslagern wurden. Für den Film kehrten sie über 30 Jahre später an die Orte zurück, an denen das Unaussprechliche geschah. Diese Interviews sowie die Aussagen weiterer Opfer bilden die Grundlage des Films, das „Unnennbare zu benennen“ (Lanzmann) und so beharrlich wie detailliert an die planmäßige Ermordung des jüdischen Volkes zu erinnern. Darüber hinaus kommen Sachverständige, nichtjüdische Pol*innen aus der Umgebung der Tötungsorte sowie ehemalige NS-Funktionäre und SS-Angehörige zu Wort. Sie berichten vor allem von den Ereignissen in Treblinka, Chelmno, Auschwitz und Warschau.

Shoah liefert nicht nur ein detailliertes Bild von den Grausamkeiten, die sich in den Lagern abspielten. Die Dokumentation beschreibt auch die logistischen Abläufe in den Todesfabriken, denen sechs Millionen Jüdinnen und Juden zum Opfer fielen. Dem Film wird eine kurze Einführung und Einordnung von Uwe Hirschfeld (Prof. für Sozialwissenschaften an der Evangelische Hochschule Dresden) vorangestellt. Weiterhin besteht die Möglichkeit begleitend Kommentare zu einzelnen Filmsequenzen und historischen Orten zu ergänzen sowie miteinander ins Gespräch zu kommen.

Die Veranstaltung findet im Rahmen der Aktionswochen gegen Antisemitismus statt und wird von der Amadeu Antonio Stiftung gefördert.

Ziel ist es, an die Ermordung der europäischen Jüdinnen und Juden zu erinnern und eine ernsthafte Auseinandersetzung mit der deutschen Vergangenheit anzustreben.

Datum: 6. November 2020:
Einlass: 18.30 Uhr
Beginn: 19.00 Uhr
(voraussichtliches Ende 1.00 Uhr)

Datum: 7. November 2020:
Einlass: 14.30 Uhr
Beginn: 15.00 Uhr
(voraussichtliches Ende 21.00 Uhr)

Die Veranstaltung findet unter Einhaltung der aktuell geltenden Corona-Schutzverordnung statt.

Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die neonazistischen Parteien oder Organisationen angehören, der neonazistischen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.
 

09.11., 14 – 18 Uhr
Digitaler Workshop „Antisemitismus und Verschwörungsmythen in Zeiten der Corona-Pandemie“
Veranstaltet von: Netzwerk für Demokratie und Courage Sachsen-Anhalt e.V.

Verschwörungsmythen und -erzählungen sind nicht nur seit dem Ausbruch der Covid-19-Pandemie aktuelle soziale Phänomene, sondern waren auch schon im Vorfeld Teil der gesellschaftlichen Öffentlichkeit. Seit der Pandemie lässt sich jedoch eine Konjunktur solcher Erzählungen verzeichnen. Gerade Verschwörungserzählungen funktionieren dabei häufig durch das Nutzen antisemitischer Stereotype, sodass durch die Konjunktur von Verschwörungserzählungen, auch eine diskursive Zunahme antisemitischer Äußerungen im Kontext der Covid-19-Pandemie wahrnehmbar ist. Aktuelle Verschwörungserzählungen nutzen dabei die gesellschaftlichen Situation und die Folgen im Kontext der Covid-19-Pandemie für die Verbreitung antisemitischer Stereotype und eines antisemitischen Weltbilds. Diese Entwicklung wird beispielsweise auch durch das Monitoring der Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus (RIAS) mit dem Titel „Antisemitismus im Kontext der Covid-19-Pandemie“ deutlich.

Mit dem digitalen Workshop wollen wir diese Entwicklung genauer beleuchten und uns Handlungsmöglichkeiten entgegen dieser Entwicklung gemeinsam überlegen. Dafür möchten wir uns in einem partizipativem Rahmen mit dem zusammenhängendem Phänomenen Antisemitismus und Verschwörungserzählungen im Allgemeinen befassen und deren Wechselbeziehung aufzeigen. Im Konkreten beschäftigen wir uns mit aktuellen Verschwörungserzählungen im Kontext der Covid-19-Pandemie und den darin enthaltenden manifesten und latenten Formen von Antisemitismus. Dafür wollen wir uns auch mit den historischen und gegenwärtigen Kontinuitäten und Erscheinungsformen von Antisemitismus auseinandersetzen und die Gemeinsamkeiten und Unterschiede herausarbeiten.
Darüber hinaus wollen wir mit den Teilnehmenden über die damit verbundenen Gefahren und Gegenstrategien ins Gespräch kommen und gemeinsam Handlungsmöglichkeiten für verschiedene Kontexte finden.

Für die Anmeldung ist eine Anmeldung erforderlich. Hierfür meldet euch bitte unter folgender Email-Adresse an: Christopher.Grobys[at]netzwerk-courage.de.
Weitere Informationen finden Sie hier.

 
09.11., 17 Uhr
Gedenken an die Reichspogromnacht –
Antisemitismus (k)ein wichtiges Thema in Bergisch Gladbach? –
Öffentliche Projektion der Chronik „Antisemitische Vorfälle und
Straftaten“

Veranstaltet von Caritas RheinBerg und dem Freundeskreis Ganey Tikva

Ort: Holocaust-Mahnmal im Park der Villa Zanders

Bitte beachten: Der Abstand von 1,5 Metern zwischen den Personen ist
verpflichtend, ebenso das Tragen von Alltagsmasken.

Zum diesjährigen Gedenken an die Reichspogromnacht und zum Nachdenken über Antisemitismus im heutigen Deutschland laden der Freundeskreis Ganey Tikva an der Kirche zum Heilsbrunnen und der Fachdienst für Integration und Migration (FIM) des Caritasverbandes des Rheinisch-Bergischen Kreises ein.

Die Gäste der Gedenkveranstaltung werden eingeladen, sich auf das zu besinnen, was am 09.11.1938 in Deutschland geschah. Die Konfirmandinnen und Konfirmanden der Kirche zum Heilsbrunnen werden dazu Texte unter musikalischer Begleitung lesen. Anschließend werden die Gedanken auf Antisemitismus, Rassismus und Frem-denfeindlichkeit in unserer Zeit und in unserer Gesellschaft gelenkt. Der Fachdienst für Integration und Migration wird Beispiele für Übergriffe gegen Jüdinnen und Juden im laufenden Jahr 2020 mit Lichtprojektionen auf die Gebäudewand der Villa Zanders zeigen.

Diese Veranstaltung ist ein Signal der Solidarität an unsere jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger, wie auch an unsere Freundinnen und Freunde in der israelischen Part-nerstadt Ganey Tikva. Auch wenn in Ganey Tikva nur Fotos von der Veranstaltung gesehen werden, schätzen die Menschen dort dieses Gedenken sehr, da für viele der Holocaust ein Bestandteil ihrer persönlichen Geschichte ist. Und: Unter dem weit verbreiteten Antisemitismus unserer Zeit tragen Jüdinnen und Juden überall in der Welt Leid und Sorge – auch in Bergisch Gladbach und Ganey Tikva..

 
09.11., 18 Uhr
Döbeln: Mahnwachen an den Stolpersteinen – Gedenkveranstaltung

In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 brannten im gesamten Deutschen Reich unzählige Synagogen, jüdische Geschäfte und Friedhöfe wurden zerstört, Versammlungsräume, Wohnungen und Gebetsräume geplündert. Die Pogromnacht war ein weiterer Höhepunkt beispielloser Verfolgung und Vernichtung von Jüdinnen und Juden. Nach dem Ende der NS-Diktatur war auch in der Region Döbeln das jüdische Leben gänzlich vernichtet oder vertrieben worden. Heute gibt es nur noch wenige Spuren, die Aufschluss über die ehemaligen jüdischen Bürgerinnen und Bürger in den Städten geben.

Wir wenden uns entschlossen gegen jede Form von Menschenfeindlichkeit, Rassismus und Antisemitismus und rufen dazu auf, für ein demokratisches Miteinander, für Weltoffenheit und Zivilcourage einzutreten. Darum laden wir zur Gedenkveranstaltung anlässlich des 82. Jahrestages der Pogromnacht 1938 ein. Den Opfern ein würdevolles Gedenken!

Die Veranstaltung findet im Rahmen der Aktionswochen gegen Antisemitismus statt und wird von der Amadeu Antonio Stiftung gefördert.

Die Veranstaltung findet unter Einhaltung der aktuell geltenden Corona-Schutzverordnung statt.

Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die neonazistischen Parteien oder Organisationen angehören, der neonazistischen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.

 

Unsere Partner*innen:

 

Vergangene Veranstaltungen:

30.09., 19 Uhr, Literaturhandlung Berlin
Lesung und Gespräch mit Dr. Ronen Steinke. Moderation: Gilda Sahebi
Werte(Initiative) in der Diskussion: Antisemitische Gewalt erstarkt – versagt der Staat?

Veranstaltung in Kooperation mit der Literaturhandlung und im Rahmen der Bildungs- und Aktionswochen gegen Antisemitismus.

In Deutschland hat man sich an Zustände gewöhnt, an die man sich niemals gewöhnen darf: Jüdische Schulen müssen von Bewaffneten bewacht werden, jüdischer Gottesdienst findet unter Polizeischutz statt, Bedrohungen sind alltäglich. Judenhass wird durch Polizeischutz nicht weniger und Gerichtsurteile bekehren keine Antisemiten. Dennoch sind es Polizei und Gerichte, die sich der Manifestation dieses Hasses entgegenstellen müssen.

Der jüdische Autor Ronen Steinke, selbst Jurist, ist durch Deutschland gereist und erzählt von jüdischem Leben im Belagerungszustand. Er trifft Rabbinerinnen und Polizisten, Staatsschützer, Geheimdienstler und Minister. Viel muss sich ändern in Deutschland. Wir werden mit ihm darüber sprechen, was seiner Meinung nach zu tun wäre.

Die Veranstaltung wird von der Journalistin Gilda Sahebi moderiert.

Hinweis: Im Rahmen der Veranstaltung werden Fotos und Videoaufnahmen zur öffentlichen Verwertung ohne namentliche Kennzeichnung erstellt.

Die Veranstaltung findet unter Einhaltung von coronabedingten Abstandsregeln statt. Die Zahl der Sitzplätze ist stark limitiert. Anmeldungen werden nach Eingang und Möglichkeit berücksichtigt.

Wo? Literaturhandlung Berlin, Joachimsthaler Str. 13, 10719 Berlin

Ticketpreis: 10 EUR / 8 EUR für Mitglieder und Freundeskreis der WerteInitiative

Ticketreservierung über die Literaturhandlung: 030 / 8824250 oder info@literaturhandlung.de

Es gilt folgender Einlassvorbehalt: Personen, die extremen Parteien oder Organisationen angehören, erkennbar oder bekanntermaßen einer extremistischen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, sind von der Veranstaltung ausgeschlossen.

 

01.10., 19 Uhr, Fb-Live
Discussion „Halle. One Year On. Lessons for the Future.“

On October 9th, 2019, during the Jewish holiday of Yom Kippur an armed far-right extremist attempted to enter a synagogue in the German city of Halle. After failing to enter the synagogue, he then opened fire on a passer-by and those in a nearby Turkish Kebab shop, killing two people.

In commemorating the anniversary of the 2019 Halle attack, EUJS & JSUD as part of the „Actions weeks against antisemitism in Germany“ will be hosting a virtual, online panel discussion in order to reflect on the horrors of last year and to look forward on the topics of Jewish community protection and on the rising antisemitism and far-right extremism in Europe.

We are very pleased to be hosting what will no doubt be a well-informed discussion on these important topics, with the four panelists taking part coming from a variety of backgrounds, including the top EU official on combating antisemitism, a survivor of the attack, and a practitioner of Jewish life in Germany, an expert of democracy and the rule of law and a leading researcher on far-right extremism;

On the panel:

Katharina von Schnurbein
Coordinator on combating antisemitism and fostering Jewish life in the European Commission

Grischa Stanjek
Co-founder and board member at democ. Director of Communications at the International Institute for Education and Research on Antisemitism (IIBSA)

Rebecca Blady
Survivor of the Halle attack, executive Director of Hillel Germany and co-founder of the central project Base Berlin

Dr. Matthias Quent
Sociologist and founding director of the Institute for Democracy and Civil Society in Jena

Moderator:

Ruben Gerczikow
Vice President European Union of Jewish Students, Vice President of the German Union of Jewish Students

https://www.facebook.com/events/3705562186163271/

 

07.10., 16-18.30 Uhr
Kundgebung „Solidarisch gegen Antisemitismus und rechten Terror“
organisiert durch die Jüdische Studierendenunio Deutschland (JSUD) und Initiative 9. Oktober Halle

Am 9. Oktober 2019, am höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur, ereignete sich ein rechter Terroranschlag in Halle. Bei dem Anschlag wurden Jana L. und Kevin S. ermordet, zwei Menschen wurden schwer verletzt, weitere 52 Menschen, die sich zum Gebet an Jom Kippur in einer Synagoge versammelt hatten, entkamen dem Täter nur knapp. Inzwischen hat der Prozess gegen den mutmaßlichen Rechtsterroristen begonnen. Während des Prozesses be­mängelten mehrere Nebenkläger*innen immer wieder das Verhalten der Sicherheitsbehörden und der Politik. Die Inhaber des attackierten Kiez-Döners sowie die jüdischen Gemeinden erfahren nicht die Unterstützung, die ihnen zugesagt wurde. Aus diesem Grund hat die Jüdische Studierendenunion eine Spendenaktion für die Inhaber des Kiez-Döners, für Ismet und Rifat Tekin, gestartet. Dabei konnten bereits mehr als 17.000 Euro gesammelt werden.
Der rechtsterroristische Anschlag war für die jüdischen Gemeinden in Deutsch­land ein Schock, aber er war keine Überraschung! Immer wieder wird der Täter aufgrund fehlender Mit­täter*innen und seiner Radikalisierung im Internet als Einzeltäter beschrieben. Das blendet die antisemitischen und rassistischen Resonanzräume in Online-Communities, Imageboards und innerhalb unserer Gesellschaft aus, die seine Radikalisierung erst begünstigt haben.
Die Jüdische Studierendenunion Deutschland, die Initiative 9. Oktober und Base Berlin rufen zu einer Gedenkkundgebung auf. Gemeinsam stehen sie solidarisch mit den Betroffenen des antisemitischen und rassistischen Anschlags. Gemeinsam überreichen sie Ismet und Rifat Tekin eine fünf­stellige Spende, die symbolisch für den Zusammenhalt in Deutschland steht. Gemeinsam feiern die Aufrufenden den fünften Tag des jüdischen Festes Sukkot (Laub­hüttenfest), weil sie jüdisches Leben stolz nach außen tragen möchten. Gemeinsam erinnern sie an Jana L. und Kevin S., die dem rechten Terror zum Opfer fielen, sowie 207 weitere Todesopfer rechter Gewalt seit 1990.
Treffpunkt ist am Steintor in Halle/Saale um 16 Uhr. Weitere Informationen finden Sie hier.

 

08.10., 16 Uhr
Online-Seminar „Umgang mit Antisemitismus in der Grundschule“
Veranstaltet von: Anne Frank Zentrum

Die Autor*innen der kürzlich veröffentlichten Handreichung  »Umgang mit Antisemitismus in der Grundschule« stellen diese pädagogischen Fachkräften in einem Online-Seminar vor.

Antisemitische Vorurteile, Diskriminierungen und Wissensbestände sind in der Gesellschaft weit verbreitet. Auch Kinder im Grundschulalter kommen immer wieder – meist nebenbei und ungewollt – in Kontakt mit antisemitischen Aussagen und Bildern. Bisher gab es für pädagogische Fachkräfte und Lehrkräfte nur wenig unterstützendes Material zum proaktiven Umgang mit Antisemitismus und zur Vorgehensweise bei antisemitischen Vorfällen in der Grundschule. Das Anne Frank Zentrum hat daher gemeinsam mit der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie Berlin eine Handreichung zum »Umgang mit Antisemitismus in der Grundschule« erstellt. Die Handreichung gibt kurze Hintergrundinformationen und viele praktische Tipps zu den Themen jüdisches Leben heute, antisemitische Vorurteile und Diskriminierung sowie zur Thematisierung des Holocaust. Das Online-Seminar gibt einen thematischen Überblick über die Handreichung und stellt die didaktischen Überlegungen vor, die hinter den Methoden stehen. Die Teilnehmenden probieren die Methoden in Kleingruppen aus.

Die Fortbildung findet im Rahmen der »Bildungs- und Aktionswochen gegen Antisemitismus« statt. Sie richtet sich an Lehrkräfte und außerschulische Bildner*innen, die Kinder im Grundschulalter als Zielgruppe haben. Die Teilnehmer*innenzahl ist begrenzt, eine Anmeldung ist per E-Mail bis zum 20.9.2020 möglich unter veranstaltung@annefrank.de. Weitere Informationen finden Sie hier.

 

09.10., 16-23 Uhr
Kundgebung „Charlottenburg-Wilmersdorf gegen Nazis und Antisemitismus

Am 9.10. jährt sich der Anschlag auf die Synagoge in Halle/Saale. In Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf veranstalten Kiez-Bewohner*innen an dem Tag gemeinsam eine überparteiliche Kundgebung, um der Opfer dieses Verbrechens zu gedenken.

Unterstützt wird der Aufruf zur Kundgebung mittlerweile von knapp 100 Organisationen und Institutionen, wie beispielsweise der Deutschen Oper Berlin und dem Deutsch-Jüdischen Theater.

Treffpunkt ist die Schillerstraße 71 in Charlottenburg-Wilmersdorf (Berlin), Bezirksbürgermeister Reinhard Naumann wird das Grußwort halten. Weitere Informationen finden Sie hier.

 

13.10., 17 Uhr
Das Jüdische Quartett – „Was ist Jüdischkeit. Im Spannungsfeld zwischen Kultur, Religion und säkularem Engagement“
Veranstaltet von: Amadeu Antonio Stiftung

In der neuen Ausgabe des Jüdischen Quartetts diskutieren wir die Frage, was Jüdischkeit ist. Sicherlich ist das Judentum eine Religion. Bei genauerem Hinsehen zeigt es sich als vielfältige Religionsgemeinschaft, die von orthodoxen über liberale bis hin zu säkularen Formen der Jüdischkeit reicht und eng verbunden ist mit einer Kultur, die durch die Religion bisweilen gestiftet und befruchtet wird, aber keineswegs allein durch sie geprägt ist. Also was ist Jüdischkeit und was bedeutet es eine jüdische Identität zu haben?

Diese und andere Fragen diskutieren in unserer dritten Runde des Jüdischen Quartetts

  • Anetta Kahane (Amadeu Antonio Stiftung),
  • Dalia Grinfeld (ADL),
  • Laura Cazés (ZWST)
  • Rebecca Seidler (LGJ Hannover),
  • moderiert von Sharon Adler (AVIVA Berlin, Stiftung Zurückgeben).

Die Veranstaltung wird bei YouTube im Livestream gezeigt. Währenddessen steht der Live-Chat für Nachfragen zur Verfügung.

 

13.10., 18 Uhr
Webinar „Antisemitism on Twitter“
Veranstaltet von: Internationales Institut für Bildung, Sozial- und Antisemitismusforschung e.V. (IIBSA)

Wie verbreitet ist Antisemitismus in sozialen Medien wirklich? Nach einigen Überlegungen zu den Zielen und Grenzen der Forschung zum Online-Antisemitismus und seinen Methoden wird der Historiker und Antisemitismusforscher Günther Jikeli auf Twitter erste Ergebnisse seines laufenden Projekts zum Antisemitismus präsentieren, das versucht, Trends in Gesprächen über Jüdinnen und Juden sowie Israel zu identifizieren.

Teilnehmende:

  • Günther Jikeli (Erna B. Rosenfeld Professor am Institute for the Study of Contemporary Antisemitism im Rahmen des Borns Jewish Studies Program der Indiana University sowie außerordentlicher Professor für German Studies und Jewish Studies an der Indiana University)
  • Kim Robin Stoller (Vorstandsvorsitz, IIBSA)

Um am Webinar teilzunehmen, melden Sie sich bitte über Zoom an. Die Sitzung wird außerdem live auf Facebook übertragen. Das Webinar wird in englischer Sprache stattfinden. Weitere Informationen finden Sie hier.

 

19.10., 17 bis 18 Uhr
Live-Talk „Gender und Antisemitismus“
Veranstaltet von: Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerk (ELES)

Frauenhass gilt als „Einstiegsdroge“ in rechtsradikales Denken. Die „Manifeste“ der Rechtsterroristen von Halle, Christchurch, Oslo oder Utøya sind Dokumente des Hasses und Zeugnisse der Angst vor Entmännlichung und weiblicher bzw. jüdischer „Übermacht“. Frauenhass, Antifeminismus und Anti-Gender-Rhetorik sind aber auch ein Scharnier zwischen konservativen und neu- (und alt-) rechten Positionen und spielen eine wichtige Rolle bei der „Einmittung“ und Normalisierung rechter Weltanschauungen. Die Geschichte der Verknüpfung beider Ideologien ist alt und erschreckend aktuell. Von vergeschlechtlichten Stereotypen des „Juden“ im 19. Jahrhundert über aktuelle Verschwörungserzählungen wie die des „Großen Austausch“ bis zu „Männerrechtlern“ und Incels gehen Frauenhass und Hass gegen Jüdinnen und Juden inhaltlich und personell oft Hand in Hand. Aufschlussreich ist aber auch die Analyse der Argumentationen rechter Aktivistinnen, die als Feministinnen oder zum „Schutz der Frauen“ gegen „den Islam“ oder Geflüchtete mobilisieren.

Welche strukturellen Analogien bestehen zwischen Antisemitismus und Antifeminismus? Wie gestalten sich die Dynamisierungs- und Radikalisierungsprozesse zwischen Juden- und Frauenhass? Welche sozialen Funktionen erfüllen diese reaktionären Gegenbewegungen für das (meist männliche) Individuum? Mit welchen Mitteln ist diesen Formen der Dehumanisierung beizukommen? Und warum gelingt Coalition-Building viel zu selten?

  • Veronika Kracher (Soziologin, Publizistin und Expertin in Sachen Incel-Subkultur und Rechtsterrorismus)
  • Paula-Irene Villa Braslavsky (Professorin für Allgemeine Soziologie und Gender Studies an der LMA München)
  • Marina Weisband (Diplom-Psychologin und Expertin für digitale Partizipation und Bildung)
  • Moderation: Jo Frank (Geschäftsführer des Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerks)

Eine Veranstaltung im Rahmen des Aktionsprogramms „Nie wieder!? Gemeinsam gegen Antisemitismus & für eine plurale Gesellschaft“. Der Live-Talk ist Teil der „Bildungs- und Aktionswochen gegen Antisemitismus“ in Kooperation mit der Amadeu Antonio Stiftung.

Das Gespräch wird live auf Facebook gestreamt. Weitere Informationen finden Sie hier.

 

20.10., 18.30 Uhr
Tuesday Talk „Erinnern stören“
Veranstaltet von: Bildungsstätte Anne Frank

„Erinnern stören. Der Mauerfall aus migrantischer und jüdischer Perspektive“ – 30 Jahre nach der Wiedervereinigung möchten wir mit den Herausgeber*innen des gleichnamigen Sammelbandes (Verbrecher Verlag 2020) darüber sprechen, was die Wendejahre für marginalisierte Gruppen bedeutet haben. Mit dem Talk knüpfen wir an die im vergangenen Winter in der Bildungsstätte Anne Frank gezeigte Sonderausstellung „Anderen wurde es schwindelig. 1989/90: Schwarz, jüdisch, migrantisch“ an, die ebenfalls marginalisierten Perspektiven auf die Wendezeit Raum bot.

Moderation: Adrian Oeser (Hessischer Rundfunk)

Bei unseren Tuesday Talks laden wir Gäste zu aktuellen Themen ein – immer am 3. Dienstag im Monat.

 

21.10., 19 Uhr
Online-Seminar „Corona und die Rolle von antisemitischen Verschwörungsideologien“
Veranstaltet von: Jüdisches Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus (JFDA)

Rund 40.000 Menschen brachten am 29. August 2020 in Berlin ihren Unmut über die CoronaMaßnahmen der Bundesregierung und über die Regierenden selbst zum Ausdruck. Viele dieser Menschen beanspruchten dabei für sich, repräsentativ für die Mehrheitsmeinung in der Bundesrepublik zu sein, und ungeachtet von politischen Haltungen und Motiven unter dem Banner einer vereinten „Freiheitsbewegung“ für vermeintlich gemeinsame Überzeugungen und Vorstellungen von Demokratie einzutreten. Wie vielgestaltig diese Haltungen, Motive und Überzeugungen gewesen sind, spiegelten nicht nur die zahlreichen nationalstolzen Symbole und Flaggen aus der Reichsbürger-Szene wieder, die sich neben den „love wins“-Fahnen und Peace- und Blumenmalereien einiger Transparente behaupteten, sondern zeigten auch die Gewaltausbrüche vor der Russischen Botschaft und die verstörenden Bilder des „Sturms auf den Reichstag“.

Seit April 2020 beobachtet das Jüdische Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus e.V. (JFDA) diese Bewegung, die als sogenannte Hygienedemonstration ihren Anfang genommen hat. Im Fokus der fortlaufenden Dokumentationen und Analysen des JFDA stehen dabei die antisemitischen, rechtsextremen und verschwörungsideologischen Ausprägungen, die die Demonstrationen zu Teilen kennzeichnen.

In seinem Online-Seminar stellt das JFDA seine Beobachtungen von den Demonstrationen in Berlin vor und gibt mit Hilfe von Video- und Bildmaterial Eindrücke von der Zusammensetzung der Proteste. Einzelne Akteur:innen und Gruppierungen aus dem verschwörungsideologischen und rechtsextremen Spektrum werden herausgegriffen und verschwörungsmythologische Erzählungen und antisemitische Narrative innerhalb der Corona-Demonstrationen skizziert. Anschließend werden die Hintergründe und Mechanismen von Verschwörungsideologien thematisiert. Wie funktionieren Verschwörungsideologien? Was zeichnet Menschen aus, die solchen Ideologien anhängen? Was sind konkrete antisemitische Momente innerhalb von Verschwörungsmythen und warum münden die meisten von ihnen im Antisemitismus? Diesen Fragen sollen erläutert und konkrete Gefahrenpotentiale und Handlungsmöglichkeiten aufgezeigt werden. Zum Schluss des Seminars gibt es die Gelegenheit, Rückfragen und thematische Aspekte im digitalen Plenum zu besprechen.

Der Workshop basiert auf Ergebnissen des durch das Berliner Landesprogramm gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus geförderten JFDA-Projekts „Jüdisches Recherche-, Feldbeobachtungs-, Monitoring- und Bildungszentrum“ sowie auf der Lernwerkstatt „Verschwörungsmythen rund um die Covid-19-Pandemie“, die das JFDA im Rahmen des durch das „Demokratie leben!“-Programm des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend geförderten Projekts „Antisemitismus 2.0“ durchführt.

Das Seminar wird über die Plattform „Zoom“ stattfinden. Da die Anzahl der Teilnehmer:innen begrenzt ist, bitten wir um vorherige Anmeldung bis zum 20.10.2020 per E-Mail an info@jfda.de.

 


Die bundesweiten Bildungs- und Aktionswochen gegen Antisemitismus der Amadeu Antonio Stiftung finden in Kooperation mit dem Anne Frank Zentrum statt.

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