Weiter zum Inhalt Skip to table of contents

Amadeu Antonio Stiftung erhält Lothar-Kreyssig-Friedenspreis

Die Amadeu Antonio Stiftung hat am Samstag, den 7. November, in der Magdeburger Johanniskirche den Lothar-Kreyssig-Friedenspreis des Evangelischen Kirchenkreis Magdeburg erhalten. Die Stiftung erhielt die Auszeichnung zur Ehrung ihres zivilgesellschaftlichen Engagements und der Würdigung ihrer Friedens- und Versöhnungsarbeit in Deutschland seit 1998. Der Preis wird alle zwei Jahre vergeben und erinnert an das Wirken von Dr. Lothar Kreyssig für bedrängte Menschen unter aktuellen gesellschaftlichen Bedingungen. Die Laudatio hielt der Schirmherr der Amadeu Antonio Stiftung und ehemalige Präsident des Deutschen Bundestags Wolfgang Thierse.

 

Anetta Kahane, Vorsitzende der Amadeu Antonio Stiftung, erklärt: „Das Team der Amadeu Antonio Stiftung freut sich außerordentlich über diese Würdigung. Eine demokratische Gesellschaft mit gleichen Rechten für alle Menschen, gleich welcher Herkunft oder Minderheit, ist das Ziel der Stiftungsarbeit. Gerade angesichts der größten rassistischen Gewalt seit den 1990er Jahren macht die Würdigung dieser Arbeit für Menschenrechte großen Mut. Rechtsextreme und Rechtspopulisten wehren sich mit Gewalt und Hetze gegen die Aufnahme von Flüchtlingen. Aber es setzen sich auch unzählige Menschen für Flüchtlinge ein und unterstützen den Wandel Deutschlands zu einer Willkommensgesellschaft. Sie bieten Flüchtlingen Schutz und lassen rassistische Parolen nicht unkommentiert. Diesen Initiativen gilt unser Dank und ihnen steht die Amadeu Antonio Stiftung mit gutem Rat und finanzieller Hilfe zur Seite. Dafür setzt die Stiftung auch das Preisgeld im Geiste Lothar Kreyssigs ein.“

 

Die Amadeu Antonio Stiftung engagiert sich gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus. Seit ihrer Gründung hat sie mehr als 950 lokale Initiativen und Projekte auf den Gebieten demokratische Jugendkultur, Schule und Opferhilfe sowie kommunale Netzwerke gefördert. Der Namensgeber der Stiftung, Amadeu Antonio, wurde 1990 von rechtsextremen Jugendlichen im brandenburgischen Eberswalde aus rassistischen Gründen zu Tode geprügelt, weil er schwarz war.

 

Dr. Lothar Kreyssig (1898 – 1986) protestierte in der NS-Zeit gegen Unrecht und setzte sich für von der „Euthanasie“ Bedrohte ein. Die Verleihung des Lothar-Kreyssig-Preises findet seit 1999 alle zwei Jahre  statt, der Preis ist mit 3000 Euro dotiert.

Weiterlesen