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Auftanken für 2024: Sächsicher Förderpreis für Demokratie verliehen

Trotz des bedrohlichen politischen Klima Sachsens, einem sich stärkendem Rechtsextremismus und Rekordzahlen, die die AfD in ihren Wahlprognosen schreibt, gibt es in Sachsen weiterhin eine Vielzahl von Initiativen, die sich mit enormer Vehemenz diesen Entwicklungen entgegensetzen. Dieses Engagement und die Stärke dieser Initiativen wurde auch in diesem Jahr zur Verleihung des Sächsischen Förderpreises für Demokratie in Dresden gefeiert.

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Die Preisträger*innen in diesem Jahr, ein Bruchteil der vielen eingegangenen Bewerbungen von Initiativen, zeigen, mit welchem Einfallsreichtum sich Menschen in ganz Sachsen Hass und Hetze widersetzen und für ein demokratisches, vielfältiges und offenes Sachsen eintreten. So wurde mit dem Hauptpreis der Alte Gasometer e.V. in Zwickau geehrt, der sich durch sein langjähriges Engagement stabile Strukturen aufgebaut auch jungen Initiativen die Möglichkeit gibt, diese in ihrem Engagement zu unterstützen. Außerdem ermöglichten die Preisträger*innen in Chemnitz, der rechts-offenen Hooligan-Szene ein diverses und offenes Fußballspiel entgegenzusetzen (ASA-FF e.V.), ein Archivierungsprojekt zu faschistischer und diskriminierender Ereignisse (chronik.LE), einen Raum für queere Menschen in Sachsen (Queeres Netzwerk Bautzen) und sichere Noteingänge mit ausgearbeiteten Hilfesystemen, in denen mit Anfeindungen konfrontierte Menschen Sicherheit finden (Projekt Noteingang Bautzen). Für ihr originelles Projekt der Politischen Bildung Zeit.Zeichen! wurde in diesem Jahr der Kooperation aus Diakonie St. Martin und IBZ St. Marienthal der Peter-Henkenborg-Preis verliehen, während das Kommunensiegel an die Stadt Weißwasser für ihre erstaunlich starken zivilgesellschaftlichen und ehrenamtlichen Strukturen verliehen wurde.

Die Preisverleihung gab den Anlass sich zu feiern und feiern zu lassen, sich zu vernetzen und auszutauschen. An Teilen dieses Austausches konnte in einem Q&A mit den Preisträger*innen in diesem Jahr auch das Publikum teilhaben. Dort sprachen die Preisträger*innen von Herausforderungen und Bedrohungen, von Überlegungen nachts als engagierte Person nicht mehr auf die Straße zu gehen und dem Wunsch nach Schutzräumen. Gleichzeitig wurden Erfolge geteilt, wie beispielsweise der gelungene CSD in Bautzen, dem ein positives Feedback aus der Stadtgesellschaft folgte und die Hoffnung, dass dies in die nächsten Jahre weiter ausstrahle. Auch die starke Zivilgesellschaft Sachsens wurde betont, die weniger an engagierten Menschen scheitere, als vielmehr an der Unterstützung von politischer und kommunaler Seite.

Besonders auffallend waren in diesem Jahr die jungen Initiativen, die trotz großer Herausforderungen in ihren Heimatorten bleiben und sich mutig einsetzen.  Warum sie – und auch alle anderen Preisträger*innen – in vor Ort bleiben und sich gegen alle Widerstände für ihre Werte einsetzen, wurde in der Abschlussrunde beantwortet. Warum macht ihr weiter? Weil wir müssen, weil wir hier leben und die Region nicht aufgeben wollen.

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Heute vor sechs Jahren wurde das Urteil im NSU-Prozess gefällt. Ein Urteil, auf das die Angehörigen der Opfer wohl eine gefühlte Ewigkeit warten mussten. Der Prozess selbst dauerte über fünf Jahre, 438 qualvolle Prozesstage. Für viele Menschen, insbesondere jüngere, ist der NSU-Terror inzwischen zu einem Stück zurückliegender Geschichte geworden, das vermeintlich nichts mehr mit heute zu tun hat. Ein Dokumentationszentrum soll erinnern und die Brücke in die Gegenwart schlagen.

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