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Das Jüdische Quartett

Let's talk:

Im Jüdischen Quartett treffen sich Jüdinnen regelmäßig unregelmäßig und diskutieren über G’tt und die Welt: von Kultur und Literatur bis hin zu Fragen von Gesellschaft, Religion, Politik und Privatem. Immer geht es dabei um Jüdisches Leben und viel zu oft muss es um Antisemitismus gehen.

Sharon Adler moderiert das Quartett mit Anetta Kahane, Laura Cazés, Rebecca Seidler und Dalia Grinfeld. Initiiert haben die Bildungs- und Aktionswochen gegen Antisemitismus “das Jüdische Quartett” als digitales Format inmitten der Corona-Pandemie. Alle reden von Verschwörungserzählungen: Das können wir auch, aber diesmal nicht!
Themen bislang:

Das jüdische Quartett ist ein Projekt der Bildungs- und Aktionswochen gegen Antisemitismus.

Aktuelle Folge:

FB-Event-Jüdisches Quartett 5-FB
Veranstaltung

Israel und die Juden – eine komplizierte Geschichte?!

Welche Rolle spielt Israel im Leben deutscher Jüdinnen und Juden? Welche nicht? Welche im Judentum und in der Diaspora? Und wenn Israel ein wichtiger Teil jüdischer Identität ist, auch in der Diaspora, wie werden dann die Angriffe auf Israel wahrgenommen, die Boykottforderungen und die Verharmlosungsstrategien, die Forderungen nach einer Unterscheidung zwischen “Israelkritik” und Antisemitismus?

Anetta Kahane:

Im Sommer 2020 war es soweit. Die Debatte um Antisemitismus und Judentum war überall präsent. Dennoch fehlte etwas Entscheidendes: eine jüdische Perspektive. In der Geschichte und heute in der Rezeption von Antisemitismus blieben die Juden, das Jüdische lediglich Objekt von Projektion oder Hass. Mal wird das Zusammenleben mit Juden positiv überhöht oder als Klischee dargestellt, als Bereicherung oder gar Geschenk angesehen. Mal wird das Thema Judentum allein mit Antisemitismus assoziiert. Das Quartett zeigt vier jüdische Frauen, die sich über das ambivalente, jüdische Leben in Deutschland mit Kenntnis und Humor unterhalten. Das Quartett zeigt eine kluge, originelle und humorvolle Perspektive auf das Jüdische in aller seiner Vielfalt. Unbedingt sehenswert!“

Biographie: Anetta Kahane ist Vorsitzende des Vorstands der Amadeu Antonio Stiftung. Sie ist aufgewachsen in Ost-Berlin und arbeitete als Lateinamerikawissenschaftlerin in der DDR. Als erste und einzige Ausländerbeauftragte des Magistrats von Ost-Berlin warnte sie eindrücklich vor den Gefahren des Rechtsextremismus. 1991 gründete sie die RAA e.V. für die neuen Bundesländer (Regionale Arbeitsstellen für Bildung, Integration und Demokratie). 1998 gründete Kahane die Amadeu Antonio Stiftung, deren Kuratoriumsvorsitzende sie war. Seit 2003 ist sie hauptamtliche Vorsitzende der Stiftung. Im Sommer 2002 wurde sie mit dem Moses-Mendelssohn-Preis des Landes Berlin ausgezeichnet.

Laura Cazés:

Das jüdische Quartett ist ein Format, das jüdische Positionen sichtbar macht und verdeutlicht, dass es eben nicht die eine jüdische Perspektive gibt. Jede Position ist geprägt durch die eigene Biografie, Sozialisation, gesellschaftliche Anschauung und auch den Bezug zu jüdischer Tradition. Die sogenannte Mehrheitsgesellschaft verlangt der jüdischen Gemeinschaft in Deutschland häufig eine Darstellung ab, die letztlich einer stillen und widerspruchsfreien Fremdbildkonstruktion entspricht. Dieser Schablone versucht das Format nicht zu entsprechen. Und das macht Spaß.“ 

Biographie: Laura Cazés ist Leiterin der Abteilung für Kommunikation und Digitalisierung der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland. Sie studierte European Studies und Psychologie und begann 2015 ihre hauptamtliche Tätigkeit bei der ZWST als Koordinatorin des Deutsch-Israelischen Freiwilligendienstes. Von 2017 bis 2019 war sie gewählte Vizepräsidentin der European Union of Jewish Students. Kernthemen ihres Engagements sind die Diversität und Wahrnehmung jüdischer Lebenswelten in Deutschland, der Einbezug jüdischer Perspektiven in gesellschaftliche Diskursräume und die Schaffung innovativer Konzepte in jüdischen Communities. Sie ist Mitinitiatorin des jährlich stattfindenden Jewish Women Empowerment Summit.

Rebecca Seidler:

Das Jüdische Quartett beleuchtet diverse Themen aus jüdischer Perspektive – und zwar so, wie das Judentum schon immer war: pluralistisch, multiperspektivisch, kritisch und humorvoll! Ich freue mich ein Teil dieser Runde sein zu können – mit klugen Frauen kontrovers zu debattieren und zugleich eine solidarische Verbundenheit zu erleben – das ist für mich Empowerment!"

Biographie: Dr. phil. Rebecca Seidler, Dipl. Sozialpädagogin (M.A.) und qualifizierte Mediatorin, selbständig als Unternehmensberaterin, Projektleiterin und Dozentin an der Hochschule Hannover. Gründungsmitglied des Bundesverbandes Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus (RIAS Berlin e.V.), Mitglied im Expert*innenkreis Antisemitismus der Landeshauptstadt Hannover, Vorsitzende der Liberalen Jüdischen Gemeinde Hannover K.d.ö.R. und Antisemitismusbeauftragte des Landesverbandes der Israelitischen Kultusgemeinden von Niedersachsen K.d.ö.R.

Dalia Grinfeld:

Das Jüdische Quartett diskutiert leidenschaftlich komplexe Themen, die jüdische Menschen in Deutschland bewegen. Es ist eine Möglichkeit die heißen innerjüdische Debatten mit Bezug auf die Gesamtgesellschaft live mitzuverfolgen. Fünf jüdische Frauen mit mindestens fünf Perspektiven zwischen Selbstwahrnehmung und Fremdwahrnehmung auf einer Bühne."

Biographie: Dalia Grinfeld ist Stellvertretende Direktorin für Europäische Angelegenheiten bei der Anti-Defamation League (ADL). Zudem ist sie ständiges Mitglied im Expert*innenkreis Antisemitismus des Berliner Senates. Ihr akademischer Hintergrund sind die Politischen Wissenschaft und Jüdischen Studien, die sie an den Universitäten Heidelberg, Buenos Aires und Herzliya studierte. Darüber hinaus amtierte Dalia Grinfeld zwei Jahre lang als erste gewählte Präsidentin der Jüdischen Studierendenunion Deutschland (JSUD), dessen Gründungsmitglied sie ist. Außerdem ist sie im Vorstand und aktiv in diversen NGO's in den Bereichen Frauen Empowerment, LGBTIQ*-Rechte und innovative Demokratie. Sie hat einen multikulturellen Familienhintergrund und spricht fließend Deutsch, Englisch, Hebräisch, Russisch und Spanisch. Wenn sie sich nicht den oberen Dingen gewidmet ist, liest sie wahrscheinlich ein Buch über Verhaltenspsychologie in einem der vielen Cafés, die sie gerne weltweit entdeckt.

Moderation: Sharon Adler

Es ist mir ein großes Vergnügen und eine Herzensangelegenheit, Moderatorin in dieser Runde von vier klugen und streitbaren Frauen zu sein. Das Format steht für mich in der Tradition des jüdischen Salons und entwickelt diese Idee aus jüdisch-feministischer Perspektive stetig weiter. Das 'Jüdische Quartett' ist so einzigartig wie wichtig. Es ist die Sichtbarmachung und Sichtbarkeit vielfältiger jüdischer Identitäten in Deutschland heute."

Biographie: Sharon Adler, geb. 1962, aufgewachsen in Berlin-West, NRW, Holland und Israel, gründete 2000 das Frauen-Online-Magazin und Informationsportal AVIVA-Berlin. Seit 2013 engagiert sie sich ehrenamtlich in der Stiftung ZURÜCKGEBEN. Stiftung zur Förderung jüdischer Frauen in Kunst und Wissenschaft. Mehr Infos: www.aviva-berlin.de, www.pixelmeer.de und www.stiftung-zurueckgeben.de

Mediathek:

FB-Event-Jüdisches Quartett-FB
Aktionswochen gegen Antisemitismus

Das Jüdische Quartett #3 – „Was ist Jüdischkeit?“

In der neuen Ausgabe des Jüdischen Quartetts diskutieren wir die Frage, was Jüdischkeit ist. Sicherlich ist das Judentum eine Religion. Bei genauerem Hinsehen zeigt es sich als vielfältige Religionsgemeinschaft, die von orthodoxen über liberale bis hin zu säkularen Formen der Jüdischkeit reicht und eng verbunden ist mit einer Kultur, die durch die Religion bisweilen gestiftet und befruchtet wird, aber keineswegs allein durch sie geprägt ist.

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