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Terroranschlag in Halle: Mutmaßlich rechtsextremer Hintergrund

Bei einem Terroranschlag auf eine Synagoge und einen jüdischen Friedhof in Halle, wurden heute zwei Menschen ermordet. Ein Mann wurde in einem benachbarten Döner-Imbiss erschossen, eine Frau wurde in der Nähe des Friedhofs getötet. Einer der Täter versuchte in die Synagoge einzudringen. Allein die Sicherheitsmaßnahmen an der Tür konnten dies verhindern. In der Synagoge befanden sich zu diesem Zeitpunkt noch 80 Menschen. Die Generalbundesanwaltschaft geht von einem rechtsextremen Hintergrund aus.

Dazu erklärt der Geschäftsführer der Amadeu Antonio Stiftung Timo Reinfrank: „Der Anschlag von Halle zeigt die mörderische Dimension antisemitischer Weltbilder. Dass die Tat ausgerechnet an Yom Kippur, dem höchsten jüdischen Feiertag, verübt wurde, spricht für ein planvolles Vorgehen der Täter, ebenso wie ihre Kampfausrüstung. Die Parallelen zu den Terroranschlägen von Poway, Pittsburgh und Christchurch sind deutlich. Auch hier waren es rechtsextreme Täter, die im Namen einer antisemitischen und rassistischen Ideologie Menschen ermordeten.

Die Tat schockiert und ist doch wenig überraschend: Die Amadeu Antonio Stiftung warnt seit Monaten vor der Zunahme rechtsterroristischer Anschläge, insbesondere nach dem Mord an dem hessischen CDU-Politiker Walter Lübcke. Diese rechtsextremen Attentate dürfen nicht als Einzelfälle verharmlost werden. Sie sind Ausdruck einer wachsenden Radikalisierung der rechtsextremen Szene, die mit neuem Selbstbewusstsein agiert. Seit Jahren werden immer wieder größere Waffenarsenale bei Rechtsextremen gefunden, die Szene ist gut vernetzt. Die Gefahr rechtsterroristischer Gewalt besteht jederzeit. Das wurde heute erneut auf tragische Weise deutlich.

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