Tennis Borussia Berlin und die Amadeu Antonio Stiftung vertiefen ihre Partnerschaft: In der kommenden Saison trägt die Oberliga-Mannschaft von Tennis Borussia das Logo der Amadeu Antonio Stiftung auf ihren Trikot, kostenlos und aus Überzeugung. Das Engagement ist Ausdruck gemeinsamer Werte und eines klaren Bekenntnisses: Auf dem Platz und abseits davon stehen Verein und Stiftung Seite an Seite gegen Rechtsextremismus, Rassismus, Homofeindlichkeit und Antisemitismus.
„Als wir über die Vergabe unserer Trikot-Werbeflächen diskutierten, kamen wir rasch darauf, dass wir in unserem Jubiläumsjahr – TeBe wird 125 – auch auf unseren Jerseys die Grundhaltung des Vereins zeigen wollen. Die Amadeu Antonio Stiftung verkörpert diese beispielhaft. Sie steht für genau die Werte, für die auch wir als Verein eintreten: Demokratie, Menschenwürde und eine Erinnerungskultur, die Verantwortung übernimmt. Für uns ist das kein Sponsoring, das ist eine Haltung, für die wir aus Überzeugung werben. Wir sind stolz, dieses Logo auf dem Trikot tragen zu dürfen“, erklärt der TeBe-Vorstandsvorsitzende Ariel Gala.
„Tennis Borussia Berlin lebt vor, was wir uns von Sportvereinen in ganz Deutschland wünschen: dass sie ihre Stimme erheben, ihre Sichtbarkeit nutzen und klar sagen, wofür sie stehen. Noch immer wird viel zu oft gefordert, dass Fußball nur Sport sein müsse und Politik dort nichts zu suchen hätte. Nach wie vor erleben Fans und Spieler aber auf und neben dem Platz Diskriminierung und Hassparolen, und das von der Kreisliga bis zur Weltmeisterschaft. Tennis Borussia macht deutlich, dass Haltung gegen Rechtsextremismus, Rassismus, Queerfeindlichkeit und Antisemitismus kein Widerspruch zum Sport ist, sondern selbstverständlich sein sollte, damit alle den Sport gleichermaßen und sicher genießen können. Wir sind dankbar für diese Partnerschaft mit einem Verein, der anderen zeigt, wie es geht“, sagt Tahera Ameer, Vorständin der Amadeu Antonio Stiftung.
Eine Partnerschaft mit Geschichte
Die Zusammenarbeit zwischen Tennis Borussia Berlin und der Amadeu Antonio Stiftung reicht zurück bis ins Jahr 2021. Bereits damals stellte der Verein der Stiftung eine prominente Werbefläche zur Verfügung, um ein Zeichen gegen rechte Gewalt zu setzen und druckte das Logo des CURA-Opferfonds für Betroffene rechter Gewalt auf die Trikotvorderseite. Der Nordostdeutsche Fußballverband e.V. untersagte den Aufdruck jedoch. Die Werbung für einen Hilfsfonds für Opfer rechter Gewalt sei politisch und einseitig.
In einem gemeinsamen offenen Brief wandten sich Verein und Stiftung an den Verband und setzten sich dafür ein, die Spielordnung so anzupassen, dass ein Engagement für demokratische Grundwerte auch auf dem Platz möglich ist. Zahlreiche Vereine und zivilgesellschaftliche Akteure schlossen sich an. Der Verband lenkte daraufhin ein und änderte seine Spielordnung. Vereine können nun klar Stellung für Menschenrechte und gegen Diskriminierung beziehen. Ein nachhaltiger Wandel – erkämpft durch Haltung, Ausdauer und zivilgesellschaftliches Engagement.
Gemeinsame Aktionen und Kooperationen geplant
Die Trikotpartnerschaft ist für beide Seiten der konsequente nächste Schritt einer wachsenden Zusammenarbeit. Verein und Stiftung wollen auch in Zukunft gemeinsam aktiv werden. Etwa rund um Spieltage, in der Bildungsarbeit oder bei gesellschaftlichen Anlässen.


