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Dynamisch und digital: Zivilgesellschaftliches Lagebild Antisemitismus

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#9: Der Ukraine-Krieg und Antisemitismus

Analysen

Das Lagebild Antisemitismus bündelt zivilgesellschaftliche und jüdische Perspektiven auf Antisemitismus. In unserer aktuellsten Veröffentlichung beschäftigen wir uns mit dem Ukraine-Krieg und Antisemitismus sowie mit der neuen Terrorwelle in Israel.

Das Frühjahr 2022 war geprägt durch den Ukraine-Krieg. Die Covid-19-Schutzmaßnahmen, die sukzessive abgeschafft werden, treten angesichts des Krieges in Europa in den Hintergrund. Mit dem Krieg ist auch eine Zunahme antisemitischer Verschwörungsmythen zu beobachten - wie in der verschwörungsideologischen Szene, die hinter dem Krieg wieder mal eine sinistre Elite vermutet, die ihre Weltbeherrschungs-Pläne damit durchsetzen würde

Zeitgleich erleben wir eine neue Terrorwelle in Israel, in der bereits mehr als ein dutzend Menschen ermordet und über 150 Israelis verletzt wurden. Hier in Deutschland wird teils mit Schweigen und verzerrter Berichterstattung, teils sogar mit der Glorifizierung des Terrors geantwortet.

Zudem hat der Ukraine-Krieg auch konkrete Auswirkungen auf die jüdische Gemeinschaft in Deutschland: So wurden in einer Rettungsaktion von verschiedenen Organisationen die Shoah-Überlebenden aus der Ukraine nach Deutschland evakuiert, die von Aron Schuster, dem Direktor der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland, vorgestellt werden.

Unsere fünf Kernbeobachtungen

Interviews

In unserem Interview-Teil haben wir ein Audio-Mitschnitt mit Highlights unseres Gesprächs mit Aron Schuster veröffentlicht. Als Direktor der ZWST konnte er uns einen direkten Einblick in die Konsequenzen des Ukraine-Kriegs für Shoa-Überlebende und die jüdischen Gemeinden in Deutschland geben. Zudem haben wir unserer Kollegin Una von de:hate drei Fragen zum Monitoring des Ukraine-Kriegs und ihren Beobachtungen zur Verwendung antisemitischer Chiffren und Codes gestellt.

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Worin unterscheiden sich die antisemitischen Chiffren und Codes und wer verbreitet diese? Schaut euch gerne unser Video an!

Was ist das zivilgesellschaftliche Lagebild Antisemitismus?

Unser zivilgesellschaftliches Lagebild Antisemitismus fragt sich: Welche Ausdrucksformen findet der Antisemitismus heute? Welche Ausmaße nimmt er an? Was macht er mit den Betroffenen? Wie nehmen Betroffene ihn wahr und was sagt uns das über aktuelle Entwicklungen? Untersucht werden alle verschiedenen Erscheinungsformen des Antisemitismus, die teils eine lange Geschichte haben.


Hier werden wir Artikel, Interviews und Beobachtungen veröffentlichen. So ergibt sich ein dynamisches Lagebild, das schneller und angemessener informieren kann und eine Einschätzung der Lage vermittelt. Die Digitalisierung ermöglicht zugleich eine multimediale Abbildungen der Entwicklungen, die nicht nur Texte sondern auch Videos und audiovisuelle Beiträge enthalten kann.

Antisemitismus ist auf dem Vormarsch. Das zeigt sich nicht nur, aber auch in den stetig steigenden Zahlen antisemitischer Vorfälle. Die Grenzen des Sagbaren werden nicht zuletzt durch das Pandemiegeschehen zunehmend verschoben, der schon immer dagewesene, latente Antisemitismus wird wieder offener, ungehemmter und skrupelloser gezeigt - und das von verschiedenen und durch alle Milieus. Wir sehen Antisemitismus auf der Straße, im Internet, am Stammtisch und im Feuilleton. Die Lage ist also unübersichtlich.

Um sie abzubilden und zu analysieren braucht es Lagebilder: Diese Analyse muss zivilgesellschaftlich sein, um Partei ergreifen zu können und auf der Seite der Betroffenen zu stehen. Gleichzeitig werden damit Unabhängigkeit gewährleistet und Leerstellen ergänzt - auch die Leerstellen, die die staatlichen Erhebungen hinterlassen. Wir ergänzen, korrigieren und zeigen auf, was andernorts schlicht nicht abgebildet werden kann.


Unser zivilgesellschaftliches Lagebild Antisemitismus fragt sich: Welche Ausdrucksformen findet der Antisemitismus heute? Welche Ausmaße nimmt er an? Was macht er mit den Betroffenen? Wie nehmen Betroffene ihn wahr und was sagt uns das über aktuelle Entwicklungen? Untersucht werden alle verschiedenen Erscheinungsformen des Antisemitismus, die teils eine lange Geschichte haben.

Wir blicken von der Praxis auf den Antisemitismus; mit den Fragen und Debatten aus Vernetzungstreffen, Workshops und Veranstaltungen im Gepäck und inspiriert vom Austausch mit anderen zivilgesellschaftlichen Akteur:innen der Antisemitismusbekämpfung.

 

Besonders wichtig ist uns hierbei der Blick von jüdischen Organisationen und Gemeinden auf Antisemitismus. Das Zivilgesellschaftliche Lagebild Antisemitismus der Amadeu Antonio Stiftung macht jüdische Perspektiven sichtbar. Nicht zuletzt, indem Jüdinnen:Juden selbst zu Wort kommen und deren Lebensrealitäten in Deutschland abgebildet werden.

Archiv

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Zivilgesellschaftliches Lagebild Antisemitismus 2021

Das Lagebild Antisemitismus bündelt zivilgesellschaftliche und jüdische Perspektiven auf Antisemitismus. Es wirft einen detaillierten Blick in die unterschiedlichen Formen, in denen er sich heute in Deutschland zeigt: offen und codiert, physisch und verbal, von rechts, links, aus der Mitte der Gesellschaft wie im Islamismus. Der Analyse folgen Forderungen, um Antisemitismus nachhaltig zu bekämpfen.

Zivilgesellschaftliches-Lagebild-Baden-Württemberg

Zivilgesellschaftliches Lagebild Antisemitismus: Baden-Württemberg

Bundesweit nehmen antisemitische Vorfälle im Laufe der vergangenen Jahre deutlich zu. Das vorliegende zivilgesellschaftliche Lagebild betrachtet exemplarisch Entwicklungen in Baden-Württemberg. Im Fokus stehen zivilgesellschaftliche und explizit jüdische Perspektiven auf Antisemitismus – und Forderungen für den Kampf gegen Antisemitismus. Zu Wort kommt u.A. Irina Katz, Vorsitzende der Israelitischen Gemeinde Freiburg.

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Zivilgesellschaftliches Lagebild Antisemitismus: Deutschland

Die Geschichte des jüdischen Lebens in Deutschland ist auch eine Geschichte der Judenfeindschaft und des Antisemitismus. Davon zeugt der rechtsterroristische Anschlag in Halle (Saale) am 09. Oktober 2019. Zudem haben seit der Covid-19-Pandemie antisemitische Verschwörungsmythen Hochkonjunktur. Antisemitismus grassiert wieder sichtbar, im Internet wie bei Demonstrationen.

Zivilgesellschaftliches-Lagebild-Rheinland-Pfalz

Zivilgesellschaftliches Lagebild Antisemitismus: Rheinland-Pfalz

Antisemitische Vorfälle nehmen im Laufe der vergangenen Jahre deutlich zu. Das vorliegende zivilgesellschaftliche Lagebild gibt exemplarische Einblicke in das Bundesland Rheinland-Pfalz. Es enthält ausführliche Gesprächen mit Avadislav Avadiev, Vorsitzender des Landesverbands der Jüdischen Gemeinden von Rheinland-Pfalz, und Aharon Ran Vernikovsky, Rabbiner der Jüdischen Gemeinde Mainz.

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Zivilgesellschaftliches-Lagebild-SACHSEN

Zivilgesellschaftliches Lagebild Antisemitismus: Sachsen

Bundesweit nehmen antisemitische Vorfälle im Laufe der vergangenen Jahre deutlich zu. Dieses zivilgesellschaftliche Lagebild gibt exemplarische Einblicke in das Bundesland Sachsen. In Hintergrundgesprächen schildern Küf Kaufmann, Vorsitzender der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig, und Dr. Ruth Röcher, Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Chemnitz, ihre Perspektiven auf Antisemitismus.

Ansprechpartner:innen

Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland (ZWST)

Die Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland (ZWST) vertritt als Dachorganisation im Bereich der jüdischen Sozialarbeit die jüdischen Gemeinden und Landesverbände in Deutschland. Nach der Gründung im Jahr 1917 wurde sie unter der Nazi-Herrschaft im Jahr 1939 zwangsaufgelöst, doch konnte sie ihre Arbeit 1951 wiederaufnehmen. Die ZWST legt den Fokus ihrer Arbeit auf das Empowerment und die Teilhaben marginalisierter Gruppen innerhalb der jüdischen Gemeinde. Dabei deckt die ZWST ein breites Spektrum an Handlungsfeldern ab, unter anderem die Förderung von Teilhabe und Inklusion, den Ausbau von Vernetzung, Humanitäre Hilfe sowie Politische Bildung und Forschung.

Kompetenzzentrum Antisemitismus

Das Kompetenznetzwerk Antisemitismus ist ein Zusammenschluss von Institutionen, die über eine langjährige Erfahrung im Bereich der Antisemitismusprävention, der antisemitismuskritischen Bildungsarbeit, der Beratung sowie der Dokumentation und Analyse antisemitischer Vorfälle verfügen: das Anne Frank Zentrum, die Bildungsstätte Anne Frank, der Bundesverband der Recherche und Informationsstellen Antisemitismus (RIAS), das Kompetenzzentrum für Prävention und Empowerment der ZWST. Ziel des Netzwerks ist es, durch Zusammenarbeit und Wissenstransfer die Angebote im Bereich der Antisemitismusprävention, der antisemitismuskritischen Bildungsarbeit, der Beratung sowie der Dokumentation und Analyse antisemitischer Vorfälle zu bündeln und weiterzuentwickeln. Die Netzwerkpartner stellen ihre Expertise für die Bereiche (schulische) Bildung, Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft zur Verfügung. Der Zusammenschluss wird durch das Programm „Demokratie leben!“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert. Die Koordinierung des Kompetenznetzwerks Antisemitismus liegt beim Anne Frank Zentrum.

Kompetenznetzwerk Rechtsextremismusprävention

Zum seit Januar 2020 bestehenden Kompetenznetzwerk Rechtsextremismusprävention (KompRex) gehören die Organisationen Amadeu Antonio Stiftung, Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche + Rechtsextremismus, Cultures Interactive e.V., Gesicht Zeigen! Für ein weltoffenes Deutschland e.V. und die Lidice Haus Jugendbildungsstätte. Das Netzwerk reagiert auf aktuelle Entwicklungen im Rechtsextremismus, entwickelt bundesweite Präventionsangebote weiter, bündelt Wissen und Erfahrung und qualifiziert und vernetzt Projektpartner:innen. Es wird durch das Bundesministerium für Familie, Soziales, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ gefördert und von der Amadeu Antonio Stiftung koordiniert.

OFEK e. V.

OFEK e. V. – Beratungsstelle bei antisemitischer Diskriminierung und Gewalt ist eine Beratungs und Interventionsstelle. OFEK unterstützt bundesweit Betroffene und ihr soziales Umfeld sowie pädagogische und soziale Einrichtungen im Umgang mit Antisemitismus und Diskriminierung.

RIAS e.V.

Die Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus ist eine zivilgesellschaftliche Monitoringeinrichtung für antisemitische Handlungen in Berlin, insbesondere auch von Fällen unterhalb der Strafbarkeitsschwelle. Ziel ist es, mit einheitlichen Kategorien eine Vergleichbarkeit bundesweiter Daten zu schaffen und so das Dunkelfeld besser auszuleuchten. Die so gewonnenen Erkenntnisse können das polizeiliche Lagebild ergänzen und helfen, ein möglichst realitätsnahes Bild der Entwicklung von Antisemitismus in Deutschland zu erhalten. Die bundesweit einheitliche Erfassung der gemeldeten Fälle geschieht über das Meldeportal "Report Antisemitism".

Zentralrat der Juden

Der Zentralrat der Juden in Deutschland vereinigt unter seinem Dach 23 Landesverbände und 105 Jüdische Gemeinden mit rund 97.791 Mitgliedern und vertritt deren politische und gesellschaftliche Interessen. Er ist für die Politik auf Bundes und Länderebene Ansprechpartner für alle Themen, die die jüdische Gemeinschaft betreffen.

Bundesverband Mobile Beratung e.V.

Der Bundesverband Mobile Beratung e.V. agiert als Interessensvertretung seiner Mitglieder, die bundesweit eine Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus anbieten. Der Aufgabenbereich des Verbands umfasst die Vernetzung mobiler Beratungsteams, Organisation von Fachtagungen, Teilnahme an gesellschaftlichen Debatten sowie die Beratung von Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft.

VBRG–Verband der Beratungsstellen für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt e.V.

Der VBRG setzt sich dafür ein, dass Opfer rechter Gewalt bundesweit Zugang zu professionellen, unabhängigen, kostenlosen und parteilich in ihrem Sinne arbeitenden Beratungs und Unterstützungseinrichtungen erhalten. Derzeit sind 15 unabhängige Beratungsstellen für Betroffene rechts, rassistisch und antisemitisch motivierter Gewalt aus 13 Bundesländern im VBRG e.V. zusammengeschlossen.

Unterstütze Projekte im Kampf gegen Antisemitismus!

Die Amadeu Antonio Stiftung setzt sich für eine demokratische  Zivilgesellschaft ein, die sich konsequent gegen Rechtsextremismus, Rassismus, Antisemitismus und andere Formen der Gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit wendet. Hierfür fördert sie Initiativen überall in Deutschland, die sich in Jugendarbeit und Schule, Kunst und Kultur, im Opferschutz und Empowerment, in kommunalen Netzwerken und anderen Bereichen engagieren.



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