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Vom Willkommen zur Integration

Vom Willkommen zur Integration

Training und Vernetzung für die Arbeit mit Geflüchteten in den Neuen Bundesländern

Was kann ich für Flüchtlinge tun? Welche Spenden sind sinnvoll? Sollte ich einen Sprachkurs anbieten? Muss ich jetzt Angst vor Nazis haben? Diese und andere Fragen treiben derzeit Tausende Menschen, wenn sie über die weltweit größte Fluchtbewegung seit dem 2. Weltkrieg nachdenken. Die Amadeu Antonio Stiftung hat im Rahmen des inzwischen ausgelaufenen Projekts "Vom Willkommen zur Integration" ein Curriculum erarbeitet, das Akteure der Flüchtlingsarbeit unterstützt. Damit wollte sie den Weg für mehr soziale Integration bereiten und die gesellschaftliche Teilhabe von Geflüchteten befördern. Seit dem Sommer des Willkommens 2015 hat sich dabei die Aktivität der Ehrenamtlichen von humanitärer Nothilfe hin zu einer Integration der angekommenen Flüchtlinge in die Gesellschaft verschoben. Die Integrationsbestrebungen wollte die Amadeu Antonio Stiftung mit politischer Bildung und Vernetzung effektiv unterstützen. Die Länder Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg waren Zielregionen, da die Stiftung hier besonderen Handlungsbedarf sieht.

Foto via flickr: Leif Hinrichsen (CC BY-NC 2.0)

Darum ging es beim Projekt

Migrantische Selbstorganisation soll sichtbar(er) werden! Das Projekt zielte auf das Empowerment von Geflüchteten, die Sichtbarmachung von bestehendem Engagement und eine Öffnung für die Mitarbeit von Geflüchteten in der deutschen Zivilgesellschaft. Organisationen von Geflüchteten und Migrant*nnen sollten als Akteure mit ihrer vorhandenen Expertise sichtbar(er) gemacht und durch die Vernetzung mit anderen Willkommensinitiativen und Akteuren gestärkt werden. Ohne die Einbeziehung der Perspektiven von Geflüchteten ist gleichberechtigte gesellschaftliche Teilhabe im Sinne sozialer Integration nicht möglich. 

Mit einer Förderung durch die Robert Bosch Stiftung, die Bundeszentrale für politische Bildung und die ZEIT Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius setzte die Amadeu Antonio Stiftung das Projekt „Vom Willkommen zur Integration“ um. Dabei setzte sie auf die Expertise vor Ort und konnte Kooperationspartner*nnen wie den Flüchtlingsrat Mecklenburg-Vorpommern, die Opferberatung LOBBI e.V., die Opferperspektive Brandenburg, die Heinrich Böll Stiftung Sachsen weiterdenken und das Kulturbüro Sachsen sowie die Bürgerstiftung Barnim Uckermark gewinnen.

Der AG Asylsuchende Sächsische Schweiz e.V., das Kulturbüro Sachsen e.V. und der Sächsische Flüchtlingsrat e.V. Sachsen haben gemeinsam ein Seminar entwickelt, das einen Überblick über Flucht und Migration, Asyl in Deutschland, die Aufgaben der Flüchtlingssozialarbeit, Teilhabemöglichkeiten von Asylsuchenden und Möglichkeiten der ehrenamtlichen Unterstützung gibt. Durch die Schulungen konnten sich zahlreiche Interessierte zusammenfinden und ausgehend vom Seminar Willkommensinitiativen in ihren Landkreisen gründen.

Das hat das Projekt angeboten

Zwei Säulen: Qualifizierung...

 

Das Projekt stand auf zwei Säulen: Einerseits die Qualifizierung ehrenamtlichen Engagements in der Flüchtlingsarbeit für Themen wie Rassismus, Argumentation gegen flüchtlingsfeindliche Hetze und Umgang mit Bedrohung von Rechts. Eine größere Sichtbarkeit der alltäglichen Lebenssituationen und Bedarfe von Geflüchteten und der negativ von Rassismus betroffenen Minderheiten ist unverzichtbar, um Willkommensinitiativen in ihrem politischen und sozialen Handeln zu unterstützen. 

...und Vernetzung

 

Andererseits sollte eine Vernetzung von Zivilgesellschaft, Willkommensinitiativen, migrantischer Selbstorganisation, Politik und Verwaltung sowie Religionsgemeinschaften im ländlichen ostdeutschen Raum erreicht werden. Mit regelmäßigen Netzwerktreffen wollten wir in Modellregionen ein regionales Forum schaffen, in dem sich zu aktuellen Fragen von Teilhabe ausgetauscht werden kann.

Das Curriculum für die Stärkung einer Willkommenskultur umfasste:

  • Unterstützer*innenworkshop
  • Vortrag: Flucht und Fluchtursachen
  • Einführung ins Asyl- und Aufenthaltsrecht
  • Rassismus ist kein Randproblem. Rassismuskritische Perspektiven in der Flüchtlingsarbeit
  • Argumentationstraining gegen flüchtlingsfeindliche Hetze
  • Im Fokus von Neonazis - Umgang mit Bedrohung durch rechte Gewalt
  • Das kann ich auch! – Abgrenzung von Ehren- und Hauptamt in der Flüchtlingsarbeit

News

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Wie schafft man Begegnung zwischen geflüchteten und nicht geflüchteten Jugendlichen? Ein Protokoll Das Projekt „Youth 4 youth“ Café Köpenick, Kreisjugendring…

Publikationen

Weitere Projekte der Stiftung zum Thema

Opferfonds CURA

Finanzielle Hilfe für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt