Antifeminismus im Erzgebirge
Im Dezember 2021 fand ein Fachtag zum Thema „Antifeminismus im Erzgebirge“ statt, der vom Else-Frenkel-Brunswik-Institut an der Universität Leipzig veranstaltet…
Im Dezember 2021 fand ein Fachtag zum Thema „Antifeminismus im Erzgebirge“ statt, der vom Else-Frenkel-Brunswik-Institut an der Universität Leipzig veranstaltet…
Ein katholischer Sozialverband möchte einen Workshop zum Thema Antisemitismus anbieten: Sebastian Kavermann, Referent für politische Bildung des Kolping-Bildungswerks Diözesanverband Münster möchte antisemitischen Strukturen in unserer Gesellschaft durch politische Bildung den Kampf ansagen. Die Amadeu Antonio Stiftung unterstützt diesen Ansatz mit einer finanziellen Förderung.
Der Anschlag von Hanau ist an Schwarzen Menschen und People of Color überall in Deutschland nicht spurlos vorübergegangen. Am Jahrestag des Anschlags gedenken auch in Weimar Engagierte der Opfer – und machen auf den Alltagsrassismus vor Ort aufmerksam. Das scheint manchen ein Dorn im Auge zu sein.
In Bautzen hält eine engagierte Zivilgesellschaft gegen die gewaltvollen Anti-Corona-Proteste. Die Initiative “Bautzen Gemeinsam” hat es geschafft, demokratischen Gegenprotest in Zeiten der Pandemie zu organisieren und gibt der stillen Mehrheit eine Stimme. Die Amadeu Antonio Stiftung unterstützt sie dabei.
Der 27. Januar hat wieder einmal gezeigt, dass sich die Mehrheitsgesellschaft gern hinter Worthülsen versteckt, ohne wirklich gegen Antisemitismus einzustehen oder eine Erinnerungskultur zu etablieren, die kein “Gedächnistheater” ist. In Eisleben wird das Problem angegangen: Motiviert gehen Schüler:innen hier gegen das Vergessen vor.
Zwickau: In der “Stadt des NSU” gibt es Hoffnung auf Diversität und eine blühende Demokratie: Das Haus der Frauen e.V. schafft erstmalig ein Safe Space für Frauen mit Migrationsgeschichte in der Stadt, von der aus unzählige rassistische Morde geplant wurden. Denn Zwickau ist auch das Zuhause von engagierten Frauen, die sich für eine starke Demokratie einsetzen: Das Haus der Frauen e.V. kämpft im Spannungsfeld zwischen Solidarität und Rassismus, und wird dabei von der Amadeu Antonio Stiftung unterstützt.
Die Film- und Social-Media-Kampagne „Ich bin Jude“ von Mitzva e.V. zeigt Filme, die unterschiedliche Facetten jüdischen Lebens portraitieren. So auch der Film „To meet Esther“ von Anna Eret, an dessen Vorpremiere wir Ende November in Berlin-Mitte teilnehmen durften und der ein sehr gutes Beispiel für die Idee der Kampagne ist. Gefördert wird das Projekt von der Amadeu Antonio Stiftung.
Gedenkorte für Opfer rechter Gewalt, die es ohne eine wache Zivilgesellschaft nicht gäbe; die Finanzspritze für ein Bürgerbündnis gegen Rechts, dem dank rechtsradikaler Parteien die Förderung gestrichen wurde; Jugendliche, die an ihre Freund:innen erinnern, die bei einem rechtsterroristischen Anschlag ums Leben kamen – die Initiativen, die die Amadeu Antonio Stiftung mit Ihrer Spende finanziell unterstützen kann, machen einen echten Unterschied. Wir werfen einen Blick auf die Projekte, die wir in 2021 fördern konnten.
Ali und Nemat engagieren sich in der Infostelle Asyl und Bildung, die in Grimma Geflüchtete bei ihrem Leben in Deutschland, dem Lernen der Sprache und besonders häufig bei ihren asylrechtlichen Verfahren unterstützt. Die Probleme von Asylsuchenden und den Umgang mit Behörden kennen die beiden aus eigener Erfahrung. Parteiische Unterstützung für Geflüchtete, das ist eine Seltenheit im ländlichen Sachsen.
Eine Gruppe Jugendliche von der Berliner Rütli-Schule reist 2019 nach Israel und in die Palästinensischen Gebiete. Dort besuchen sie Sehenswürdigkeiten, treffen verschiedene Menschen und versuchen die Geschichte und Konflikte in der Region besser zu verstehen. Nach ihrer Rückkehr ist der Comic „Mehr als 2 Seiten“ entstanden, der von der Zeit erzählt und von der Amadeu Antonio Stiftung gefördert wurde.
Viele zivilgesellschaftliche Initiativen machen deutlich, dass die Aufarbeitung der Verbrechen des NSU noch nicht beendet ist und fordern ein würdiges Gedenken an die Opfer ein. Einige dieser Initiativen unterstützt die Amadeu Antonio Stiftung mit einer Förderung. Einen Teil ihrer Arbeit, ihrer Kämpfe und Erfolge stellen wir hier vor.
Mehr Raum zum Selber machen und Gestalten – das forderten Jugendliche auf einer dreitägigen Konferenz in Jena. Politisch aktive sowie bisher unpolitische Jugendliche diskutierten, was sie gegen Rechtsextremismus tun können, wie sie für Klimaschutz eintreten und wie sie sich bei der Politik Gehör verschaffen wollen.
In der Kölner Keupstraße ringen Engagierte seit Jahren aktiv um Aufklärung, erinnern an den Nagelbombenanschlag von 2004 und fordern einen zentralen Gedenkort. Mit einem partizipativen Chorprojekt knüpfen sie jetzt an diese Forderungen an.
Kampfsport wird unter Neonazis immer beliebter. Die große Gefahr dabei ist, dass die Gewalt nicht nur im Ring stattfindet, sondern auch auf die Straße getragen wird. Das Projekt „VOLLKONTAKT – Demokratie und Kampfsport“, wirkt mit Sensibilisierung und Präventionsmaßnahmen dem rechtsextremen Kampfsport-Boom entgegen.
Imposante Bäderarchitektur und die kaiserlichen Besuche, dafür ist Usedom bekannt. Weniger bekannt sind die Geschichten jüdischer Bewohner:innen der Insel oder der grassierende Bäderantisemitismus seit Beginn des 20. Jahrhunderts. Ein Verein und engagierte Jugendliche helfen einer Nachfahrin, diese Geschichten wieder zu erzählen.
30 Jahre nach den rassistischen Ausschreitungen in Hoyerswerda hat sich einiges in der Stadt geändert. Doch es kommt auch immer wieder immer zu rassistischen Übergriffen, noch immer werden Geflüchtete hier nicht heimisch. Ein Theaterstück, erarbeitet und aufgeführt von Asylsuchenden und Bewohner*innen Hoyerswerdas will Mauern abbauen, und das ganz praktisch.
Breakdance und politische Bildung? Diese Kombination klingt ungewöhnlich. Dass es trotzdem klappt, zeigt das Hip-Hop-Kollektiv Breathe In – Break Out: Mit viel Humor nutzen sie die Potenziale der Breakdance-Kultur, um junge Menschen über Verschwörungsglauben aufzuklären und zu zeigen, dass Demokratiearbeit nicht im Sitzen stattfinden muss.
Engagierte wollen in Eisenach ein alternatives Jugendzentrum aufbauen. Doch die rechtsextreme Hegemonie in der thüringischen Stadt macht das zu einem gewagten Unterfangen. Die Amadeu Antonio Stiftung unterstützt den Plan mit einer Förderung und glaubt an die Engagierten – von Anfang an.
Ein Projekt des Soziokulturellen Zentrums „Mittendrin“ e.V. im sächsischen Delitzsch greift die mittelalterliche Geschichte der Stadt auf, um Schulkinder und Jugendliche durch eine kreative Auseinandersetzung mit dem Mittelalter für demokratische Werte zu sensibilisieren.
Ein sonst idyllischer Landkreis im östlichsten Zipfel Deutschlands: Das sächsische Görlitz ist seit den 1990ern eine rechtsextreme Hochburg. Aber es gibt auch Widerstand durch zivilgesellschaftliches Engagement. Das Projekt 15 Grad Research dokumentiert rechtsextreme Aktivitäten von damals bis heute und wird von der Amadeu Antonio Stiftung gefördert.
Zum 100. Geburtstag des Künstlers Joseph Beuys schaut das Projekt „beuys behind the scenes“ genauer hin – und dokumentiert und erklärt Beuys‘ Neigung zu völkischer Esoterik, Geschichtsrevisionismus und seine unzureichende Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit.
Wie ist die Stimmung in Halle anderthalb Jahre nach dem antisemitischen und rassistischen Anschlag? Ein Besuch bei unseren geförderten Projekten und Partner:innen.
Rechtsextreme suchen in Sachsen Rückzugsmöglichkeiten, wollen unbemerkt an ihren Projekten arbeiten und holen Gleichgesinnte nach. Die stärkste Antwort: Öffentlichkeit für dieses Problem schaffen. Die Amadeu Antonio Stiftung hat deshlab die Analyse „Sachsen rechts unten“ des Kulturbüro Sachsen gefördert.
Wenn wir in Deutschland an Rassismus denken, kommen uns Nazis und Rechtsextreme in den Sinn. Dieses Bild ist jedoch unvollständig,…
Ländlich gelegen, wenige Einwohner*innen und kaum junge Menschen – oft sind es diese Orte, an denen rechtsextreme Strukturen sich verfestigen. Doch mit engagierten Menschen vor Ort, ihren kreativen Ideen und einer konsequenten Positionierung gegen Rechts kann ein Dorf entstehen, dss bunt, lebendig und offen für alle ist: Ein Dorf wie Radegast.
„Revolution Chemnitz“, so nannte sich eine rechtsterroristische Chatgruppe auf dem Messegerdienst Telegram. Die Mitglieder griffen aus rassistischen Motiven Menschen an und planten den Umsturz Deutschlands. Die Website des Prozesstagebuchs „Revolution Chemnitz“ schließt die Lücke fehlender Dokumentation des Gerichtsverfahrens, um es für die Öffentlichkeit nachvollziehbar und zugänglich zu machen.
In den letzten Jahren häuften sich Vorfälle von rechtsextremer Unterwanderung im Ökolandbau. So auch beim Netzwerk für Solidarische Landwirtschaft. Das Netzwerk gründete eine Arbeitsgemeinschaft, die sich mit Rechten Tendenzen auseinandersetzt. Sie informieren, unterstützen und beraten Mitglieder – und vor allem positionieren sie sich: Gegen antidemokratische und rechtsextreme Akteur*innen in ihren Reihen und in der Gesellschaft.
Sachsen gilt als Hochburg des Rechtsextremismus, der AfD und des Rassismus. In dem Bundesland gibt es aber eben auch die, die sich für Demokratie und gegen Rassismus engagieren. Viele haben sich zusammengeschlossen zum Netzwerk Tolerantes Sachsen, um gemeinsam menschenfeindlichen Positionen etwas entgegenzusetzen. Als Mitherausgeber veröffentlichten diese nun einen Tagungsband, der sich mit Ideen für politisches Handeln in einer demokratischen Gesellschaft beschäftigt.
„Woman in Exile“ setzt sich als Selbstorganisation für die Rechte geflüchteter Frauen ein. „In Lagern zu leben bedeutet für Frauen nicht nur Isolation. Es bedeutet häufig auch sexuelle Belästigung und körperliche Gewalt“, erzählt Elizabeth Ngari, eine der Organisatorinnen. Teil ihrer Arbeit ist auch ein Programm zur Aufklärung und Bestärkung von Frauengesundheit, das als Empowerment-Projekt von der Amadeu Antonio Stiftung gefördert wird.
Die Geschichte von Anne Frank hat tausende Menschen tief bewegt. Doch was bewirkt die Auseinandersetzung, wenn der Alltag von Jüd*innen in Deutschland noch heute von Antisemitismus geprägt ist? Wie kann eine würdige Erinnerungskultur aussehen? Diese Fragen bewegte auch die Heinrich-Hertz-Schule in Hamburg. Sie hat sich ihnen gestellt – und Antworten gefunden: In einem Aktionsjahr will sie den ermordeten Jüd*innen gedenken.
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